Latente Steuern sind nur für Unternehmen relevant 

Latente Steuer sind versteckte Steuern, wenn man eine wörtliche Übersetzung des Begriffes latent vornehmen würde. Also würden für mich die indirekten Steuern wie die Mehrwertsteuer oder die Mineralölsteuer als latente Steuern gelten, weil für mich nicht unmittelbar aus dem Zahlungsbetrag sichtbar wird, wie viel verborgene oder latente Steuern hier enthalten sind.

Unter Fachleuten wird der Begriff "latente Steuern" allerdings sehr viel spezifischer verwandt. Es geht bei "latente Steuern" um einen steuerlichen Unterschied aus der Handelsbilanz und der Steuerbilanz eines Unternehmens. Latente Steuern entstehen dadurch, dass ein Unternehmen für das Finanzamt eine andere Bilanz erstellt, als für Geschäftspartner oder Banken. Diese unterschiedliche steuerliche Gestaltung ist zulässig und insbesondere bei großen Unternehmen üblich.

Man kann in der Steuerbilanz für das Finanzamt Vermögensgegenstände anders bewerten als in der Handelsbilanz und damit latente Steuern sparen. Unternehmen erstellen also eine Handelsbilanz für Geschäftspartner und Banken und schätzen damit ihre Vermögensbestandteile realistisch ein. Dies kann zu einem recht hohen Gewinn und zu einer recht guten Vermögensausstattung führen. Für die Steuerbilanz, die gegenüber dem Finanzamt erstellt wird, kann man hingegen höhere Abschreibungswerte für Vermögenswerte ansetzen. Auch bei Rückstellungen für Forderungsausfälle kann man pessimistischer sein. Maßgeblich für die Besteuerung ist die Steuerbilanz, die zu deutlich niedrigen Steuern führt. Hätte man hingegen die Handelsbilanz als Steuerbilanz genommen, dann wären erhebliche Mehr-Steuern fällig gewesen. Diese eingesparten Steuer ist die "latente Steuer".

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