Warum die Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen vor allem Selbstständige und Unternehmen dennoch mehr kostet 

Wenngleich die Mehrwertsteuersenkung bei Hotelübernachtungen, d.h. die Absenkung des Steuersatzes von ursprünglich 19% auf den ermäßigten Satz von 7%, eigentlich dazu führen sollte, dass die Hotelbranche steuerlich entlastet würde und andererseits auch durch niedrigere Preise mehr Kunden anlocken und dadurch auch mehr Umsatz generieren sollte, scheint sich momentan eher das Gegenteil zu bewahrheiten, zumindest teilweise.

So hat die zum 01. Januar in Kraft getretene Regelung eben nicht dazu geführt, das Hoteliers ihre Übernachtungspreise gesenkt und damit das 'Steuergeschenk' direkt an ihre Gäste weitergegeben hätten. Vielmehr scheinen in Teilen der Branche die Preise für Übernachtungen stabil geblieben, wenn nicht gar gestiegen zu sein.

Nimmt man beispielsweise Selbstständige auf Geschäftsreise, welche zur Vorabzugssteuer berechtigt sind oder auch Unternehmen, welche die Übernachtungskosten für ihre Angestellten tragen und dafür ebenso die Mehrwertsteuer als Vorauszahlung von der Umsatzsteuerschuld abziehen konnten, sieht man, dass sich für jene die Netto-Übernachtungskosten erhöht haben. Schließlich können sie jetzt nur noch 7% anstatt 19% vom jedoch gleich geblieben oder gar höheren Preis, den sie bezahlen müssen, im Sinne der Vorabzugssteuer geltend machen.

Insofern stellt sich daher auch vor allem für Unternehmen mit einem großen Anteil an Außendienstmitarbeitern bzw. einem großen Kontingent an Übernachtungen die Frage, wie und inwieweit sie bereits bestehende Verträge mit Hotels neu verhandeln müssen.

Weiterhin wird zu beobachten sein, inwieweit die teilweise nicht weitergegebene Steuerentlastung sich bei den Übernachtungen bei Messen auswirken wird, sind diese doch eine verlässliche Größe, wenn es um die Entwicklung von Übernachtungspreisen im Geschäftsbereich geht.

Für jene, die nicht zur Vorabzugssteuer berechtigt sind, bleiben die Preise indes wohl eben dort, wo sie auch vor der Steuersenkung waren.

In Anbetracht dieser Entwicklung bleibt abzuwarten, ob, wann und in welcher Höhe Hotels und Pensionen die steuerliche Entlastung an ihre Gäste-egal ob nun Geschäftsreisende oder Urlauber- weitergeben werden, damit sich letztendlich auch der Umsatz aufgrund steigender Übernachtungen steigert.

Artikelinformationen