Sparer-Pauschbetrag: Steuerfreie Einnahmen aus Geldanlagen 

Der Sparer-Pauschbetrag ist eine Regelung des deutschen Einkommenssteuerrechts, womit sichergestellt werden soll, dass ein gewisser Mindestbetrag an Einnahmen aus Kapitalvermögen von der Einkommenssteuer befreit ist. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt gegenwärtig 801 Euro pro Person und Jahr.

Für Eheleute, die gemeinsam zur Einkommenssteuer veranlagt werden, wird er Sparer-Pauschbetrag verdoppelt.
Das deutsche Steuerrecht geht bei der Einkommenssteuer von unterschiedlichen Einkommensarten aus, die unterschiedlich besteuert werden können. Für den Sparer-Pauschbetrag ist die Einkommensart "Einkünfte aus Kapitalvermögen" relevant. Hierzu zählen nicht nur die Einnahmen aus Sparanlagen oder von festverzinslichen Wertpapieren, sondern jedes Einkommen, das aus einer Geldanlage resultiert. Hierzu sind insbesondere die Dividenden und Ertragszahlungen aus Aktien und anderen Wertpapieren aber auch die Spekulationsgewinne zu rechnen, sofern der Kauf der entsprechenden Papiere nach dem 31.12.2008 vorgenommen worden ist. (Für Kauf von Wertpapieren vor diesem Termin gibt es eine Übergangsvorschrift, die diese Papiere von der Spekulationssteuer befreit, wenn sie mehr als ein Jahr gehalten wurden).
Der Sparer-Pauschbetrag ist eine pauschale Bestimmung der Werbungskosten, die mit dem Verwalten von Spargeldern oder Wertpapieren verbunden ist. Zusätzliche Werbungskosten wie Depotgebühren oder Transaktionskosten können also nicht mehr geltend gemacht werden, seit es den Sparer-Pauschbetrag gibt. Die Detailaussagen hierzu findet man im § 20 Einkommenssteuergesetz. Zitat: "Bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen ist als Werbungskosten ein Betrag von 801 Euro abzuziehen (Sparer-Pauschbetrag); der Abzug der tatsächlichen Werbungskosten ist ausgeschlossen. Ehegatten, die zusammen veranlagt werden, wird ein gemeinsamer Sparer-Pauschbetrag von 1 602 Euro gewährt."
Wer erkennen kann, dass seine Erträge aus Geldanlagen in den Folgejahren deutlich über den Sparer-Pauschbetrag hinausgehen, der hat verschiedene Möglichkeiten, die Steuerbelastung trotz Überschreiten vom Sparer-Pauschbetrag zu senken. Er kann nämlich bevorzugt in Anlagen umschichten, die kurzfristig nur geringe Erträge haben, die aber langfristig (z.B. nach Eintritt des Rentenalters) höhere Erträge bringen. Allerdings sollte man sich nicht durch den niedrigen Sparer-Freibetrag zu riskanten Geldanlage-Optionen verleiten lassen. Denn alle Erträge, die oberhalb des Sparer-Pauschbetrags liegen, werden nur mit maximal 25 % Einkommenssteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag)belastet.

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