Steuerfrei dampfen mit E-Zigaretten

"Die Steuer kommt", waren sich Ende des vergangenen Jahres die Befürworter der Steuer sicher. Anfang 2018 entschied die EU-Kommission vorerst keine Steuer auf E-Zigaretten und Liquids zu erheben. Möglicherweise geht der Streit im kommenden Jahr in eine neue Runde.

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Frühestens 2019 wolle man erneut über eine EU-weite Steuer auf elektronische Zigaretten debattieren, heißt es aus den Reihen der Abgeordneten. Das Liquid, das durch ein bestimmtes Verfahren verdampft, ist Stein des Anstoßes. Denn noch immer ist sich die Politik nicht einig darüber, ob von der Flüssigkeit gesundheitliche Gefahren ausgehen.

Kaum Studienergebnisse

Nutzer können also vorerst – im wahrsten Sinne des Wortes – aufatmen beziehungsweise inhalieren. In einem Bericht der EU-Kommission heißt es, der Steuervorschlag komme zu früh, da bislang wenig Studienergebnisse zu dem noch recht jungen Markt vorlägen. Ein Urteil darüber, ob die E-Zigarette schädlich oder unschädlich ist, könne folglich deswegen nicht gefällt werden. Noch nicht.

Bald schon könnte allerdings eine erneute Prüfung des Sachverhaltes anstehen. Kommt das Gesetz, gilt für 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union eine entsprechende Vorschrift. Noch zu seiner Amtszeit äußerte sich der frühere Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zurückhaltend zum Thema. Es lägen keine konkreten Pläne seiner Partei zum Thema vor.

Befürwortet wird die Besteuerung von Medizinverbänden und der Gesundheitspolitik. Sorgen hingegen macht sich naturgemäß der E-Zigaretten-Großhandel und die Herstellungsindustrie. In dem Wachstumsmarkt würde eine zusätzliche Steuer einen Einschnitt bedeuten. So merkt auch Dustin Dahlmann, einer der Geschäftsführer des Unternehmens InnoCigs an: „Um Raucher vom Tabakqualm wegzubringen, darf man die wesentlich weniger schädlichen Alternativen nicht kaputt besteuern.“ Es bleibt abzuwarten, wie die EU-Kommission in dieser Hinsicht weiterverfährt.

Hohe Steuern auf Tabak

Eine Besteuerung würde bei gleichbleibenden Preisen auf Kosten der Hersteller und Händler gehen. Die andere Möglichkeit, ist sie zulasten der Verbraucher auf den Verkaufspreis aufzuschlagen, wie es bei Tabakzigaretten der Fall ist. Eine Zigarettenschachten für 6 Euro beinhaltet 4,34 Euro Umsatz- und Tabaksteuer. Um die 20 Cent fallen folglich auf eine einzelne Zigarette.

Die Kosten dürften aber wohl eine geringe Rolle bei der Entscheidung spielen, von Tabak auf Liquid umzusteigen. In einer Umfrage unter 5.500 E-Zigaretten-Nutzern aus dem deutschsprachigen Raum gaben rund 39 Prozent der Befragten an, auf E-Zigaretten umgestiegen zu sein, um mit dem normalen Rauchen aufzuhören.

Umfrage zu E-Zigaretten

Knapp 19 Prozent wollten das Rauchen reduzieren und etwa 17 Prozent seien fasziniert von der Technik des Verdampfers. Nur knapp 17 Prozent nutzen Liquids mit Tabakgeschmack, um das Rauchen eins zu eins zu imitieren. Mit mehr als 55 Prozent liegen Fruchtaromen an der Spitze.

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