Werbungskosten für Leerstand können vorübergehend geltend gemacht werden

Auch wenn die Eigentumswohnung bzw. des Eigenheim nicht ausschließlich für den Eigenbedarf gedacht sind und mitunter vermietet werden, muss zeitweiliger Leerstand nicht zwangsläufig auch leere Kassen im Sinne ausbleibender Mieteinnahmen bedeuten.

Ist man Besitzer einer Eigentumswohnung bzw. eines Eigenheims und wohnt nicht selber darin, so kann man dennoch auch bei vorübergehendem Leerstand Werbungskosten geltend machen. Hierbei können sowohl u Zinsen, welche für noch laufende Bauspardarlehen fällig sind, ebenso abgesetzt werden, wie auch Kosten für Renovierung und Instandhaltung. Bezüglich der Kreditzinsen als Werbungskosten sei erwähnt, dass diese auch dann geltend gemacht werden, wenn der Eigentümer nicht (alleiniger) Darlehensnehmer ist und das Darlehen mit seinem Ehepartner zusammen aufgenommen wurde.

Wichtig für die Geltendmachung und letztendlich Anerkennung durch das zuständige Finanzamt ist, dass der Eigentümer den Beweis regelmäßiger Bemühungen bezüglich der Vermietung der Wohnung bzw. des Hauses erbringt. Dies kann die Beauftragung eines Maklers oder auch die Schaltung von Zeitungsanzeigen sein.
Auch muss die Absicht erkennbar sein, dass eine langfristige Vermietung und kein Verkauf in baldiger Zukunft angestrebt werden.

Bei der Vermietung an Verwandte und Freunde muss die erkennbare und durch einen regulären Mietvertrag dokumentierte Absicht im Vordergrund stehen Mieteinkünfte zu erzielen. Dies bedeutet, dass auch für Nahe stehende ein angemessener Mietpreis verlangt werden muss.

Entscheidet das Finanzamt, dass all diese Kriterien nicht zutreffen bzw. die entsprechenden Bemühungen nicht erbracht wurden, kann es unter Umständen auch nachträglich geltend gemachte Werbungskosten aberkennen.

 

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