Was ist eine Garantie-Verlängerung und wann rechnet sie sich?  

Die Garantie bei Kauf eines Gebrauchsgegenstandes dient dazu, dem Käufer noch zwei Jahre einen Rücktausch oder eine Mangelkorrektur zu ermöglichen. Früher war dieser Zeitraum deutlich kürzer und es kam oft vor, dass der Gebrauchsgegenstand nach der Garantiezeit defekt wurde und ein Umtausch oder eine Reparatur nicht mehr sinnvoll war.

Denn einen Umtausch lehnte der Verkäufer nach dem Ende des Garantie-Zeitraums ab und eine Reparatur war auch nicht wesentlich billiger als eine Neuanschaffung.

Deshalb war es früher durchaus interessant, für einige Geräte eine Garantie-Verlängerung zu kaufen. Gegen eine mehr oder weniger große Gebühr kann die Garantie-Verlängerung ermöglicht werden. Diese Garantie-Verlängerung ist auch heute noch möglich. Besonders bei teuren Geräten wie Computern oder LCD-Fernsehern ist eine Garantie-Verlängerung beliebt, weil sich dann der Käufer überlegt, ob er nicht mit der Garantie Verlängerung sein Risiko einer Reparatur oder Neuanschaffung deutlich reduzieren kann. So kommen dann aber schnell ein paar hundert Euro zum Kaufpreis hinzu, wenn man die Garantie-Verlängerung für das neue Notebook von 2 auf 4 Jahre ausdehnen will. Es stellt sich dann die Frage, ob sich die Garantie-Verlängerung hier wirklich rechnet, denn möglicherweise wird man das Gerät schon früher abgeben wollen.

Viele Verbraucher stellen sich auch vor, dass sie durch die Garantie-Verlängerung in Falle eines Defekts schnell an ein neues Gerät kommen können. Dies ist aber oft meist eine falsche Erwartung, denn die Garantie gibt keine Umtauschmöglichkeit, sondern nur den Anspruch auf eine kostenlose Fehlerbeseitigung. Erst wenn der Verkäufer den Fehler am Altgerät nicht beheben kann, besteht Anspruch auf ein Neugerät. Möglicherweise muss sich dann der Käufer auch damit abfinden, dass er nur den aktuellen Zeitwert seines Altgerätes beim Umtausch angerechnet bekommt. Ebenfalls nicht durch die Garantie-Verlängerung abgedeckt ist der normale Verschleiß der Geräte. Deshalb sollte man sich als Verbraucher klar darüber sein, dass die hohen Erwartungen an die Garantie Verlängerung nicht immer eingehalten werden können.

Eine Garantie-Verlängerung deckt also oft nur ein vergleichsweises geringes Risiko für vergleichsweise hohe Kosten ab. So ist davon auszugehen, dass ein aktuelles Notebook in zwei Jahren nur noch ein Drittel des aktuellen Werts hat. Diesen geringen Restwert für weitere Jahre mit einer vergleichsweise teuren Garantie-Verlängerung abzudecken, macht keinen Sinn. Anders könnte dies sein, wenn man ein sehr teures Gerät im hohen vierstelligen Eurobereich kauft. Für die Garantie-Verlängerung sollte der Restwert des Geräts nach der normalen Garantiezeit noch ein Vielfaches der Kosten für die Garantie-Verlängerung ausmachen.

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