Folgenreiche Post Was tun bei Erhalt einer Abmahnung mit Unterlassungserklärung?

Wenn unter der täglichen Post ein Brief von einem Anwalt befindet, der eine Abmahnung enthält, ist vor allem eine Sache wichtig: ganz ruhig bleiben. Denn der erste Impuls ist im Zweifel die falsche Reaktion. Dies gilt sowohl für den sofortigen wütenden Anruf als auch das Weglegen des Schreibens nach den ersten Sätzen.

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Fehler bei der Reaktion vermeiden

Warum beide Varianten falsch sind, lässt sich einfach begründen. Im ersten Fall handelt es sich um vorschnelles Handeln. Noch ehe man wirklich begriffen hat, was Sache ist, greift man schon zum Hörer und lässt ein Donnerwetter los. Dummerweise kann dieses Donnerwetter Angaben enthalten, die im weiteren Verlauf des Verfahrens gegen einen selber verwendet werden können. Schließlich ist nach einem schnellen Überfliegen nicht klar, über welche Kenntnisse genau die Gegenseite verfügt. Wer im Eifer des Gefechts zu viel sagt, für den kann dieser Schnellschuss genauso schnell nach hinten losgehen. Ähnlich fatal kann es sich auswirken, wenn ein Abmahnungsschreiben weggelegt wird, um das Problem zu verdrängen. Denn gerade bei Abmahnungen laufen oftmals kurze Fristen ehe gerichtliche Hilfe in Anspruch genommen wird. Wird innerhalb dieser Frist nicht reagiert, kann es sein, dass einem anteilige Kosten des Verfahrens aufgebürdet werden, weil man nicht rechtzeitig und ausreichend zur Klärung des Sachverhalts im Vorfeld beigetragen hat. Insofern sollte in einem solchen Fall weder zu schnell reagiert werden noch in unüberlegter Weise überhaupt nicht.

Die richtigen Schritte schnell unternehmen

Was zunächst getan werden sollte ist folgendes: Durchlesen. Und zwar vollständig. Danach sollten Stift und Papier bereit liegen, um sich beim zweiten Durchlesen Notizen machen zu können. Erst im Anschluss sollte über den nächsten Schritt nachgedacht werden. Hier bestehen je nach Sachverhalt verschiedene Möglichkeiten. Sofern man die Abmahnung als gerechtfertigt ansehen muss und die Höhe der geltend gemachten Kosten angemessen erscheinen, macht es wenig Sinn, rechtliche Schritte zu unternehmen. Diese Variante dürfte allerdings den absoluten Ausnahmefall bilden. Sofern Zweifel an den geltend gemachten Ansprüchen bestehen ist es daher sinnvoll, einen Termin beim Anwalt zu vereinbaren. Vor allem dann, wenn wettbewerbsrechtliche Fragen oder andere wirtschaftliche Belange betroffen sind, sollte man sich von Anfang an an einen entsprechenden Spezialisten mit entsprechendem Wissenshintergrund und Erfahrungsschatz wenden.

Einfacher Fall - einfache Antwort

Es gibt allerdings auch einfach gelagerte Fälle, in denen es einem auch als Laie möglich ist, den Sachverhalt und die sich daraus ergebenden Folgen klar zu überblicken. Trotzdem sollte die schriftliche Reaktion auch dann Hand und Fuß im juristischen Sinne haben. Hierfür stehen in Sachen Urheber- und Markenrecht entsprechende Musterformulare von industry-press.com zum kostenlosen Download im Internet bereit. Auf diese Weise kann die oben erwähnte Kostenfalle durch Nicht-Reaktion sicher umschifft werden, ohne dass gleichzeitig juristischer Boden in Form von inhaltlich zu weit gehenden Zugeständnissen preis gegeben wird. Allerdings schützt ein solches Musterschreiben nicht vor der Durchsetzung von Unterlassungsansprüchen, die tatsächlich gegeben sind. Von daher sollte, sofern Zweifel an der Richtigkeit des eigenen Handelns in irgendeiner Form bestehen, im Zweifel immer ein Beratungstermin mit einem entsprechend des Sachverhalts qualifizierten Anwalt vereinbart werden.

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