Wie Studenten die Schuldenfalle vermeiden können 

Experten schätzen gegenwärtig, dass man als Student im Monat etwa 750 bis 800 Euro benötigt, um alle dringenden Ausgaben bewältigen zu können. Dazu gehörten die semesterbezogenen Studiengebühren genau so wie die Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

Weitergehende Möglichkeiten (Urlaub oder Studienaufenthalte im Ausland) sind bei diesem Monatsbudget allerdings nicht drin. Aber auch dieser Betrag können Studenten durch staatliche oder elterliche Förderung immer seltener aufbringen. Manche Studenten arbeiten nebenher, aber das ist nicht unbedingt der richtige Weg, um schnell zum Examen zu kommen. Deshalb greifen viele Studenten auch gerne auf die Angebote von Banken zurück, die zunächst recht günstig erscheinen, wenn man sein Studium finanzieren will.

Bevor man als Student aber zu seiner Bank geht, sollte man erstmal alle Möglichkeiten recherchieren, um an staatliche Fördermittel zu kommen. Hier helfen die Studentenwerke weiter, die an jeder Hochschule existieren, und wo sich Experten befinden, die sich mit dem BAföG (Berufs-Ausbildungs-Förderungs-Gesetz) auskennen. Diese und weitere studentische Berater können auch Tipps zur Förderung über Studienstiftungen von Parteien und Verbänden geben.

Falls man dann doch sich über die Möglichkeiten einer Studienförderung auf Kreditbasis informieren will, dann sollte man zunächst den eigenen Finanzbedarf realistisch kalkulieren. Kleinere Nebenjobs mit überschaubarem wöchentlichem Zeitbedarf kann zur Senkung des Monatsbedarfs des Kredits genutzt werden. Ansprechpartner für einen Kredit ist zunächst die eigene Hausbank, die man aber auch darauf hinweisen sollte, dass die staatliche KfW-Bank gegenwärtig relativ günstige Studienkredite bietet: http://www.dir-info.de/beruf-bildung/der-bildungskredit-der-kfw.html.

Wenn es dem Studenten in erster Linie um die Finanzierung der Semestergebühren geht, dann sollte man sich als Student direkt an die KfW wenden oder hierzu die nächstgelegene Landesbank aufsuchen. Hier führt dann das Stichwort "Studienbeitragsdarlehen" weiter, um zu einem sachbezogenen Kredit zu kommen, der besonders zinsgünstig ist. Gezahlt wird das Geld auch direkt von der jeweiligen Landesbank an die Uni. Studenten, die BAföG-Gelder bekommen, haben einen deutlichen Vorteil bei der Rückzahlung des Studienbeitragsdarlehens. Denn deren Rückzahlungsverpflichtungen werden angerechnet.

Braucht man mehr Geld, als das Studienbeitragsdarlehn erbringt, dann kann man sich um einen Studienkredit einer privaten Bank oder der KfW bemühen. Die KfW liegt meist mit Ihrem Zinssatz deutlich niedriger als die übrigen Banken. Allerdings passt die KfW ihre Zinsen möglicherweise häufiger an als die private Bank. Deshalb sollte der Student sich sehr genau die Rahmenbedingungen des Vertrages anschauen. Da gegenwärtig eine Niedrigzinsphase vorliegt, könnte ein langfristiger Kreditvertrag mit wenigen Möglichkeiten für die Bank, die Zinsen nach oben anzupassen, sich langfristig als kostengünstiger darstellen. Private Banken finanzieren auch ein angestrebtes Auslandssemester, während die KfW dies nicht bietet.

Wichtig ist auch, ob und wie der Zinssatz für die Zeit der Auszahlung und für die Zeit der Rückzahlung festgelegt wird. Manche Banken stunden die Zinsen auch während der Auszahlungszeit.

Schließlich sollte man auch den Kredit nutzen, um das Studium beschleunigt zum Abschluss zu bringen. Hat man gute Jobaussichten, die meist auch mit kurzen Studienzeiten korrespondieren, dann hat man gute Möglichkeiten, den Kredit schnell zurückzuführen. Hierfür sind dann Sondertilgungsmöglichkeiten sehr wichtig.

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