Erste Prognosen nach den Japan-Katastrophen Wirtschaftsprognose 2011

Die aktuellsten Ereignisse in Japan haben bereits stehende Wirtschaftsprognosen für das aktuelle Jahr komplett oder zu großen Teilen über den wortwörtlichen Haufen geworfen. Beispielsweise überholte Japan seine ursprünglichen Prognosen gänzlich und schätzt nun, dass die Wirtschaftslage sich – nachvollziehbarerweise – in diesem Jahr eher verschlechtern wird.

Doch was hat sich an der übergreifenden Wirtschaftsprognose getan? Befinden sich die USA, gemeinsam mit einigen europäischen Staaten, weiterhin inmitten der angekündigten Sparmaßnahmen? Und wie sieht es in Deutschland aus – vor allem, wo jeder helfen möchte und dies auch tut.

Japan zeigt sich schwach, Deutschland stärker als erwartet

Fernab der aktuellen Katastrophen zeigte sich nun, dass die im vergangenen Jahr vorhergesagte Wirtschaftslage in Deutschland besser scheint, als sie vermutet wurde. Demnach wurde die Wachstumsprognose um 0,3 Prozentpunkte, auf 2,5 Prozent, angehoben – was Deutschland zur wirtschaftlich stärksten Einheit in der Zone des Euros macht. Doch nicht nur das: Es sollen bis zum Ende des kommenden Jahres sogar 600.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland entstehen, die auch im kommenden Jahr einen Wirtschaftswachstum von bis zu 2,2 Prozent sichern sollen. Neben Japan (momentan 1,4 Prozent) schnitten laut jüngeren Prognosen aber auch die Vereinigten Staaten (2,8 Prozent) um 0,2 Prozent schlechter ab, als eigentlich erwartet. Das liegt aber sehr wahrscheinlich an der wenig vorteilhaften Arbeitsmarktlage in den USA, die die Menschen weniger kauffreudig macht, als in den Jaren zuvor.

China überzeugt hingegen auch mit nicht erwarteten Wachstumswerten, die den Prognosen teilweise sogar um fast zehn Prozent (9,6 Prozent) voraus sind. Ähnlich sieht es in Indien und Brasilien aus, die beide ebenfalls ein gewaltiges Plus vorweisen können: Indien mit einem Anstieg von 8,2 Prozent und Brasilien mit 4,5 Prozent. Nach wie vor schwer einzuschätzen sind die genauen Folgen, die die Anreihung an nach wie vor anhaltenden Katastrophen in Japan letztendlich tatsächlich auf die Wirtschaftslage der drittgrößten Volkswirtschaft weltweit haben wird. Allein das erste Beben, der folgende Tsunami und die direkten Folgen haben Japan bereits Kosten bereitet, die etwa 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verschlangen. Weitere Kosten, und damit auch ein weiterer Abfall des BIPs, sind sehr wahrscheinlich.

Prognose weltweit: bis zu 4,4 Prozent BIP-Anstieg

Dennoch besteht auch weiterhin Grund zur Sorge. Zwar wird für das laufende Jahr 2011 weiterhin ein weltweites Wirtschaftsplus von rund 4,4 Prozent erwartet – der zu erwartete Anstieg der Öl- und Lebensmittelkosten, sowie die ersichtliche Abschwächung des weltweiten Arbeitsmarktes lässt jedoch nichts Gutes ahnen. Weltweit gelten momentan über 205 Millionen Menschen als arbeitslos, was einen Anstieg von 30 Millionen Menschen – bemessen auf die vergangenen vier Jahre – darstellt.

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