Creatin Einnahme birgt Langzeitrisiken

Äußerst widersprüchlich sind die Meinungen zum Thema "Creatin-Einnahme", dem Eiweiß der Kraftsportler, das zu einem vermehrten Muskelaufbau führen soll. Während die einen ihm Harmlosigkeit oder sogar eine Verzögerung des Alterungsprozesses nachsagen, warnen andere vor schädlichen Nebenwirkungen.

Um was handelt es sich bei Creatin überhaupt? Creatin wurde 1934 im Muskelfleisch von Säugetieren, zu deren Gattung ja bekanntlich auch der Mensch gehört, gefunden und schon 1847 zum ersten Mal als Nahrungssupplement angepriesen. Als essentieller Bestandteil des menschlichen Körpers, kann Creatin sich aus eigenen Aminosäuren selbst aufbauen, aber auch von außen zugeführt werden. Doch das reicht manchem nicht aus. Nicht schnell genug können die Muskeln wachsen und Sportler versprechen sich durch Creatin-Einnahmen Leistungsverbesserungen, die allerdings nicht nachgewiesen sind.

Erwiesen ist dagegen, dass durch das Supplement bei den meisten Menschen die Muskeln an Kraft gewinnen. Allerdings kommt es zusätzlich auch zur Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen im Gewebe. Obwohl Kreatin in Studien oft als harmlos dargestellt wird, kann es, vor allem bei Langzeiteinnahme, zu Durchfällen und sogar zu Muskelkrämpfen bis hin zu Schädigungen des Muskelauf- und abbaus führen. Vor allem jüngere Sportler, die sich nach dem Motto "Viel hilft viel" nicht an die vorgeschriebene Dosierung halten, müssen mit Nebenwirkungen rechnen. Ganz Bequeme nehmen das Kreatin sogar anstelle eines ausgiebigen Trainings ein, um dann stolz ihre "Eiweiß-Muskeln" zu präsentieren.

Eine weitere Regel, die während der Kreatin-Einnahme oft nicht beachtet wird, ist der erhöhte Flüssigkeitsbedarf des Körpers. Ein etwa 80 Kilogramm schwerer Mann sollte während der Supplimierungsphase etwa vier Liter Wasser täglich zu sich nehmen! Das gewünschte Ergebnis, nämlich das Anschwellen der Muskeln, tritt übrigens nicht bei jedem durch Kreatin-Einnahme auf. Ist die Speichergrenze der Muskeln für Kreatin erreicht, kann auch der Muskel nicht mehr wachsen. In jedem Fall wird die natürliche Regulation des Muskelaufbaus massiv gestört.Unterm Strich hat Kreatin oft nicht den gewünschten leistungssteigernden Effekt, den sich viele Sportler herbeisehnen.

Andererseits sind Nebenwirkungen und Langzeitrisiken nicht auszuschließen. Niemals kann Kreatin ein vernünftiges und effektives sportliches Training ersetzen!

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