Drei auf einen Streich: Schutzimpfung gegen Masern, Röteln und Mumps 

Masern

Obwohl Masern von den meisten als harmlose Kinderkrankheit angesehen werden, sterben weltweit noch immer 400.000 Menschen an der Viruserkrankung.
Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (zum Beispiel beim Sprechen, Niesen oder Husten). Die Inkubationszeit beträgt meist zwölf Tage. Die ersten Krankheitsanzeichen sind hohes Fieber, Abgeschlagenheit, starker Husten, Schnupfen und Bindehautentzündungen.

Charakteristisch sind außerdem kleine weiße Flecken in den Wangentaschen. Das Fieber sinkt nach ein bis zwei Tagen ab, bevor es einen Tag später erneut ansteigt. Spätestens nach drei Tagen kommt es bei zunehmenden Fieber zum typischen Hautausschlag, der zunächst hinter Ohren beginnt und sich dann über den ganzen Körper ausbreitet. Die erkrankte Person ist bereits drei bis fünf Tage vor Auftreten des Ausschlages ansteckend. Nach Abklingen der Masern ist das Immunsystem für etwa sechs Wochen deutlich geschwächt. Die Komplikationen bei dieser Krankheit reichen von Mittelohrentzündung, akuter Bronchitis und Lungenentzündung bis zu Enzephalitis. Letzteres kommt aber zum Glück nur selten vor. Allerdings sind nach neuesten Erkenntnissen auch Spätfolgen möglich.

Empfehlung der STIKO

Um eine möglichst hohe Durchimpfrate zu erreichen und damit indirekt auch Schwangere und Immungeschwächte zu schützen, empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut bei Verwendung des Kombinationsimpfstoffes zwei Impfungen im Alter elf bis 14 und 15 bis 23 Monaten. Eine Auffrischung ist nicht nötig.

Mumps

Mumps ist ebenfalls eine Viruserkrankung (Paramyxovirus), die vor allem Kinder zwischen dem zweiten und 15. Lebensjahr betrifft. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich von Mensch zu Mensch über die Atemluft. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 18 bis 21 Tage, eine Abweichung sowohl nach oben als auch nach unten ist aber möglich. Erste Krankheitsanzeichen sind Fieber, Appetitlosigkeit, Unwohlsein und Kopfschmerzen. Ein bis zwei Tage später schwillt die Ohrspeicheldrüse an, was häufig die linke Gesichtshälfte in Mitleidenschaft zieht. Das Öffnen des Mundes sowie die Nahrungsaufnahme sind während dieser Zeit mit Schmerzen verbunden.
Bei einem Viertel der erkrankten männlichen Jugendlichen wurde eine Hodenentzündung festgestellt, bei weiblichen Jugendlichen kam es zu einer Eierstockentzündung. In Einzelfällen ist deshalb eine Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit bzw. der Fruchtbarkeit möglich.

Empfehlung der STIKO

Auch hier werden zwei Impfungen empfohlen (11.-14. Lebensmonat, 15.-23. Lebensmonat). Eine Auffrischung ist nicht nötig.

Röteln

Diese Viruserkrankung betrifft vor allem Kleinkinder und Jugendliche. Die Übertragung des Erregers erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder infizierte Gegenstände. Zwei bis drei Wochen später treten Krankheitsanzeichen wie leichtes Fieber, Schnupfen und Kopfschmerzen auf. Etwas später breitet sich innerhalb eines Tages der typische Hautausschlag mit blassen rosaroten Flecken über den gesamten Körper aus. Außerdem schwellen die Lymphknoten an. Bereits nach drei Tagen verschwinden die Symptome wieder. Allerdings verläuft die Krankheit in mehr als der Hälfte aller Fälle „stumm", das heißt, die Krankheitsanzeichen fehlen komplett. Dennoch sind die Röteln ansteckend. Gefährlich ist der Virus vor allem für Schwangere, da er ohne vorhandene Immunität das ungeborene Baby in den ersten vier Monaten schwer schädigen kann (u.a. Schwerhörigkeit, Minderwuchs, Hinrhautentzündung). In Deutschland haben noch immer zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter keinen Rötelnschutz.

Empfehlung der STIKO

Bei Verwendung des Kombinationsimpfstoffes werden zwei Impfungen empfohlen. Die erste erfolgt um den ersten Geburtstag des Kindes herum, die zweite zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat.

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