Adipositas (Fettsucht): Ursachen, Risiken, Therapie

Etwa 18 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet unter Adipositas (Fettsucht). Fettsucht wird über den Body-Mass-Index definiert. Liegt der Wert, der sich aus Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Meter zum Quadrat ergibt, höher als 30 kg/ m2 spricht man laut der Weltgesundheitsorganisation von Adipositas. Bedenklich ist die Zahl bei Kindern: Bereits 15 Prozent haben ebenfalls einen zu hohen BMI.

Adipositas Ursachen

Die Ursachen für Fettsucht sind nicht nur in einer deutlich erhöhten Nahrungsaufnahme begründet. Vielmehr ist es meistens eine Kombination verschiedener Umstände. Genetische Faktoren können bei einer fettreichen Ernährung und gleichzeitig mangelnder Bewegung für eine bevorzugte Energiespeicherung in Fett sorgen. Überhaupt ist diese Fähigkeit ein Überbleibsel der Evolutionsgeschichte, sorgte sie doch einst für das Überleben. In der heutigen Zeit des Nahrungsüberangebotes allerdings ist sie gelegentlich von Nachteil.
Eine weitere wichtige Rolle spielen psychologische Gründe. So können zum Beispiel unbegründete Heißhungerattacken oder Depressionen für einen übermäßigen Verzehr sorgen.
Die zu viel aufgenommenen Fette und Kohlenhydrate können vom Körper nicht mehr ausreichend abgebaut werden und verbleiben letztlich als Fettzellen. Gleichzeitig steigt der Blutzuckerwert deutlich an, da die Fettzellen nicht mehr so empfindlich auf das Hormon Insulin reagieren. Die Folge: Das Hungergefühl nimmt erneut zu.

Adipositas Risiken

Laut einer Statistik verursachen Adipositas-Betroffene rund fünf Prozent der Kosten im Gesundheitswesen. Dies ist vor allem mit den erhöhten Risiken begründbar. So leidet rund die Hälfte der Fettsüchtigen an Bluthochdruck. Auch bei den Zuckerkranken sind die Zahlen ähnlich alarmierend. 80 Prozent der Diabetiker (Diabetes mellitus Typ 2) sind adipös. Bei ihnen würde sich eine Gewichtsreduzierung im Gegensatz zu Patienten mit Typ 1 positiv auswirken.
Weitere Erkrankungen, von denen Fettleibige häufig betroffen sind, sind Fettwechselstörungen, koronare Herzerkrankungen, Gicht, Bildung von Gallensteinen und Herzinsuffizienz. Auch das Schlaganfallrisiko ist deutlich erhöht. Bei einem BMI von über 27 liegt das Risiko bereits bei 75 Prozent, bei einem Wert ab 32 sogar bei 137 Prozent. Auch die Mortalität (Sterblichkeit) nimmt bei Adipositas (vor allem in Kombination mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen) deutlich zu. Außer Acht gelassen werden dürfen auch nicht orthopädische und psychosoziale Komplikationen. Übergewicht wird in den meisten Gesellschaften als äußerst negativ betrachtet und zieht oftmals eine soziale Diskriminierung nach sich.

Adipositas Therapie

Bei Fettsucht muss sich der Betroffene auf eine lebenslange Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten einstellen. Wichtig ist dabei eine Kombination aus Bewegung und Diät. Letztere sollte zunächst unter professioneller Anleitung erfolgen (zum Beispiel Reduktions- und Trennkost). Die Ziele sollten realistisch und auf die Bedürfnisse des Betroffenen abgestimmt sein. Vor allem das Erkennen des Hunger- und Sättigungsgefühls muss neu erlernt werden. Bevor mit dem Sport begonnen wird, sollte zunächst so viel Bewegung wie möglich in den Alltag eingebaut werden. Bereits kleine Veränderungen wie das Benutzen einer Treppe an Stelle des Fahrstuhls sind ein guter Anfang. Für regelmäßiges Training eignen sich Sportarten wie Schwimmen und Rad fahren.

 

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