Ernährung bei Sodbrennen: Worauf Sie achten sollten

Rund 25% aller Erwachsenen in Deutschland leiden unter regelmäßigem Sodbrennen. Dabei fließt der saure Mageninhalt zurück in die Speiseröhre. Ursache dafür ist oftmals die Erschlaffung des unteren Speiseröhrenmuskels am Mageneingang. Funktioniert der Schließmechanismus nicht mehr richtig, gelangt der Magensaft in die Speiseröhre und verletzt dort die empfindliche Schleimhaut.

Das ist tabu

Eine große Rolle spielt die Ernährung. Durch einfache Änderungen der Essgewohnheiten kann man bereits das Druckgefälle zwischen Speiseröhre und Magen sowie die Muskelspannung erhöhen.
Studien haben ergeben, dass eine fettreiche Mahlzeit den Muskeltonus um bis zu 30% senken kann. Dies hängt wahrscheinlich mit der Freisetzung des Hormons Cholezystokinin zusammen. Besonders eiweißreiche Speisen sind deshalb ebenso zu vermeiden wie kalte Getränke. Letztere verlangsamen den Rücktransport von Magensaft in den Magen. Voluminöse Mahlzeiten sollten generell vermieden werden. Stattdessen ist eine Aufteilung in vier bis sechs Mahlzeiten sinnvoll.
Auch Alkohol wirkt sich auf die Muskelspannung aus und senkt diese. Weiterhin kann er Störungen in der Speiseröhre hervorrufen. Eine ähnliche Wirkung hat Kaffee, wobei sich die Fachwelt noch nicht einig ist, was genau die Senkung des Muskeltonus verursacht. Wahrscheinlich ist es nicht, wie oftmals angenommen, das Koffein, sondern vielmehr bestimmte Inhaltsstoffe.

Rote Liste

Wer unter Sodbrennen leidet, sollte auf die folgenden Lebensmittel komplett verzichten:

Schokolade: Sie enthält Menthylxanthin und Theobromin - zwei Substanzen, die maßgeblich den Muskeltonus verringern. Zudem ist sie besonders fettreich.

Rotes Fleisch: Rotes Fleisch kann nur langsam verdaut werden. Durch den langen Aufenthalt im Darm reduziert sich aber dessen Beweglichkeit. Die Folge: Der Stoffwechsel ist verlangsamt, Schlacken können nicht ausgeleitet werden. Außerdem haben amerikanische Wissenschaftler festgestellt, dass rotes Fleisch die Schließkraft des Ösophagussphinkters verringert - das ist genau die Stelle, an der die Speiseröhre in den Magen übergeht. Dadurch kann Magensaft ungehindert zurückfließen.

Zwiebeln: Auch Zwiebeln sollten komplett vom Speiseplan gestrichen werden. Warum sie Beschwerden bei Sodbrennen-Patienten auslösen, ist bisher allerdings ungeklärt.

Pfefferminze: Pfefferminze ist ein bewährtes Hausmittel bei vielerlei Beschwerden. Bei Sodbrennen jedoch ist sie weniger angebracht. Die Inhaltsstoffe sorgen nämlich ebenfalls für eine schnelle Verringerung der Muskelspannung.

Chilischoten: Chilischoten enthalten den Wirkstoff Capsaicin. Er sorgt dafür, dass die Speiseröhre empfindlicher auf den Magensaft reagiert, da er die Nervenenden reizt. So wird das „brennende" Gefühl in der Speiseröhre deutlich verstärkt.

Artikelinformationen