Histamin-Intoleranz: Symptome, Diagnose und Therapie 

Eine Histamin-Intoleranz (auch Histaminose genannt) ist eine Unverträglichkeit des in der Nahrung vorhandenen Histamins bzw. ein unzureichender Abbau aufgrund eines Enzymmangels (Diaminoxidase) im Körper. Histamin ist ein Naturstoff, der im Immunsystem unter anderem die Abwehr körperfremder Stoffe steuert und so allergische Reaktionen auslösen kann.

Histamin findet man aufgrund des Produktionsprozesses in bakteriell fermentierten Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Rotwein, Hartkäse, Bier, Essig, Hefe und geräucherten Fleischsorten.
Das Krankheitsbild der Histamin-Intoleranz wird erst seit den 1980er Jahren im Rahmen der biogenen Amine beschrieben und soll etwa ein Prozent der europäischen Bevölkerung betreffen. Der überwiegende Teil der Betroffenen ist weiblich und 30 bis 40 Jahre alt. Eine Metaanalyse im Jahr 2003 lieferte allerdings keine wissenschaftlichen Nachweise für das tatsächliche Existieren dieser Nahrungsmittelintoleranz. Aus diesem Grund gehen Forscher heute davon aus, dass es sich nicht um eine Allergie oder nicht-immunologische Unverträglichkeit, sondern vielmehr um eine Begleiterscheinung anderer Grunderkrankungen handelt.

Symptome

Die Symptome sind breit gefächert und lassen deshalb nicht immer eine eindeutige Diagnose zu. Die Haut reagiert oftmals mit einer Rötung, Ekzemen, Nesselsucht oder starkem Juckreiz. Auch Kopfschmerzen, Schwindel und ein Hitzegefühl können auftreten. Typisch sind auch rinnende oder verstopfte Nasen, Atembeschwerden bis hin zu Asthma sowie Halsschmerzen. Im Magen- und Darmbereich werden Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Übelkeit mit Erbrechen, Bauchschmerzen und Blähungen ausgelöst. Weitere Symptome sind Bluthochdruck, migräneartige Anfälle, Herzrhythmusstörungen, Wassereinlagerungen, Erschöpfungszustände, Gelenkschmerzen, andauernde Müdigkeit und Schlafstörungen.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Histamin-Intoleranz sollte ein Arzt aufgesucht werden. Neben einer gründlichen Anamnese erfolgt die Diagnose über eine Provokation. Um zu starke allergische Reaktionen zu vermeiden, kann jedoch eine zweiwöchige Diät in Betracht gezogen werden. Dabei wird zu Beginn und nach Beendigung dieses Zeitraumes der Histamin- und Diaminoxidasespiegel im Blut bestimmt. Leidet der Patient tatsächlich unter einer Histamin-Intoleranz, nimmt der Histaminanteil im Blut deutlich ab bei gleichzeitiger Senkung des Anteils an dem Enzym Diaminoxidase (DAO). Außerdem sollten sich vorhandene Beschwerden deutlich verringern oder ganz verschwinden. Da andere Erkrankungen ähnliche oder gleiche Symptome aufweisen, müssen sie ausgeschlossen werden. Dazu gehören Nahrungsmittelallergien, eine Fruktose- und Laktoseintoleranz, Kreuzreaktionen aufgrund von Pollen sowie Zöliakie (Glutenunverträglichkeit).

Therapie

Empfehlenswert ist eine deutliche Reduzierung von Histamin in der Nahrung. Lebensmittel mit einem relativ hohen Anteil an biogenen Aminen wie zum Beispiel Bananen, Spinat oder Tomaten sollten gemieden werden. Bei Verzehr von Fisch sollte darauf geachtet werden, dass er vorher gründlich gewässert wurde, da Histamin wasserlöslich ist. Thunfisch, Makrelen, Hering und Sardellen sind weniger gut geeignet. Auch auf geräucherte, getrocknete und gesalzene Sorten sollte verzichtet werden.
Auch Nahrungsmittel, die im Körper gespeichertes Histamin freisetzen (zum Beispiel Zitrusfrüchte) sollten gemieden werden. Schokolade ist ebenso wie Rohwurst (zum Beispiel Salami) ungünstig. Weintrinker sollten einen Weißwein bevorzugen. Generell enthalten Kabinettweine weniger biogene Amine als Spätlesen.
Medikamentös werden Antihistaminika und Cromoglicinsäure eingesetzt.

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