Low–Carb-Ernährung: Super-Diät oder Gesundheitsrisiko?  

Jennifer Aniston hat es getan. Und Julia Roberts auch. Die Atkins-, Hollywood- oder South-Beach-Diät, bei der auf einen Großteil der Kohlenhydrate in der Ernährung verzichtet wird, hat Millionen Anhänger weltweit.

Low-Carb-Ernährung

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Entwickelt wurde die Low-Carb-Diät (vom englischen Wort für Kohlenhydrat, carbohydrate) von dem Kardiologen Robert Atkins. Erlaubt sind dabei Lebensmittel mit Fett und Eiweiß, auf Kohlenhydrate in Kartoffeln, Brot und Nudeln wird allerdings verzichtet. Selbst zahlreiche Obst- und Gemüsesorten sind während der Diät verboten.

Und so funktioniert es

Die aus der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate werden vom Körper vor allem zur Energiegewinnung genutzt. Wird diese Energie nicht benötigt, findet eine Umwandlung in Fett statt. Genau das gilt es bei dieser Diätform zu vermeiden und so wird auf einen Großteil der Kohlenhydrate verzichtet. Brot und Kartoffeln sind dann beispielsweise nur in geringen Mengen erlaubt. Fleisch, Sahne und Käse hingegen dürfen verzehrt werden.
Begründet wird diese Diät mit der Evolutionsgeschichte, schließlich hätten kohlenhydratreiche Speisen in der Steinzeit noch nicht auf dem Speiseplan gestanden. Fette aus Fleisch und Nüssen hingegen schon. Heute herrsche allerdings ein Überangebot an kohlenhydratreichen Speisen.

Anhänger der Low-Carb-Diäten richten sich nach dem glykämischen Index (GI). Je höher dieser Wert ist, desto schneller steigt der Blutzuckerspiegel an. Als schlechte Kohlenhydrate gelten solche mit einem Wert zwischen 50 und 100. Sie sollten gänzlich vermieden werden. Lebensmittel mit einem „guten GI" sind beispielsweise Milch, Joghurt, Vollkornnudeln und Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen. Der Tageskonsum darf 130 Gramm nicht übersteigen. Generell sollten Kohlenhydrate nicht mit fetthaltigen Lebensmitteln kombiniert und auf ein Verzehr sechs Stunden vor dem Schlafen gehen verzichtet werden.

Wahrheit oder Lüge?

Tatsächlich verloren Probanden bei einer kohlenhydratarmen Ernährung zunächst mehr Gewicht als diejenigen, die das Fett in ihrem Speiseplan reduzierten. Nach Ablauf eines Jahres allerdings hatte sich das Gewicht beider Gruppen wieder angeglichen. Ernährungsexperten warnen allerdings vor Gesundheitsrisiken. Die erhöhte Fettzufuhr sei vor allem für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwangere und Senioren gefährlich, da das Fett Arterien verstopfen könne. Weiterhin könne die erhöhte Eiweißaufnahme zu Nieren- und Leberproblemen und einer Verschlimmerung bei Gicht führen. Auch Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Mundgeruch und Übelkeit seien oftmals Folgen dieser Diät.
Weiterhin wird kritisiert, dass eine langfristige Ernährungsumstellung unmöglich sei. Diese ist aber Grundvoraussetzung für die dauerhafte Reduzierung des Körpergewichtes.

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