Magnesiummangel: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Magnesium gehört zu den essenziellen Nährstoffen, die für unseren Körper lebensnotwendig sind. Das bedeutet, dass unser Organismus nicht in der Lage ist, diesen Nährstoff selber herzustellen. Aus diesem Grund muss er zwangsläufig mit der Nahrung in einer ausreichenden Menge aufgenommen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen, täglich 300 bis 400 Milligramm Magnesium über die Nahrung aufzunehmen. Wird dieser Wert dauerhaft unterschritten, so droht ein Magnesiummangel mit ernst zu nehmenden Folgen.

Magnesium und seine Bedeutung für den menschlichen Organismus

Im menschlichen Körper gibt es über 300 Stoffwechselprozesse, für welche Magnesium notwendig ist. Der Mineralstoff ist erforderlich, damit im Organismus genügend Energie bereitgestellt werden kann. Außerdem baut Magnesium die Zähne und Knochen auf und ist zuständig für die Stabilisierung der Körperzellen. Ohne Magnesium wäre unser Körper nicht in der Lage, Eiweiße im Körper aufzubauen, die Erbanlagen korrekt zu bilden und Hormone freizusetzen. Es hilft bei der Stressbewältigung, steuert Muskeln und Nervenzellen und trägt zu einer normalen Hirnfunktion bei. Somit ist Magnesium ein echtes Multitalent und für die Gesunderhaltung von hoher Bedeutung. Dementsprechend verheerend sind die Folgen, wenn dem Körper nicht genug Magnesium zugeführt wird.

Welche Ursachen für einen Magnesiummangel gibt es?

In der Medizin wird der Magnesiummangel als Hypomagnesiämie bezeichnet. Sofern die Konzentration von Magnesium im Blut zu gering ist, also unter 0,65 Millimol pro Liter liegt, spricht man von einem solchen Mangel. Ursachen dafür gibt es viele, aber in den meisten Fällen sind wir selbst für Faktoren verantwortlich, die einen Magnesiummangel zur Folge haben können. Einseitige und unausgewogene Essgewohnheiten führen dazu, dass wir nur sehr wenig Magnesium aufnehmen. Das gilt insbesondere dann, wenn viele industriell verarbeitete Lebensmittel verzehrt werden, denn sie enthalten nur sehr wenig Magnesium. Außerdem sollten Gemüse und Vollkornprodukte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, um den Magnesiumbedarf zu decken.

Alkoholmissbrauch kann einen Mangel ebenfalls begünstigen: Schon 0,5 Promille reichen aus, um die Niere zu entwässern und das Magnesium aus dem Körper zu schwemmen. Darüber hinaus führt Stress dazu, dass mehr Magnesium benötigt wird, denn er erhöht die Ausschüttung von Adrenalin, welches den Magnesiumspiegel sinken lässt. Des Weiteren können chronische Verdauungsstörungen, die zu häufigem Durchfall und Erbrechen führen sowie Darmkrankheiten an einem Magnesiummangel mitschuldig sein. Derartige Krankheiten sorgen dafür, dass zu wenig Magnesium aus der Nahrung aufgenommen wird. Auch hormonelle Störungen verursachen mitunter einen Magnesiummangel. Nur bei etwa einem Prozent der Bevölkerung ist der Magnesiummangel erblich veranlagt.

Wie äußert sich ein Magnesiummangel?

Die Symptome für einen Magnesiummangel sind sehr vielfältig. Am häufigsten treten die typischen Muskelkrämpfe der Waden auf, aber auch die Augenlider und die Kaumuskulatur sind gelegentlich betroffen. Im Prinzip kann jede Muskelgruppe des Körpers unter Krämpfen leiden, wenn ein Magnesiummangel vorliegt. Doch es gibt noch weitere Symptome, die mit dem Mangel in Verbindung stehen:

  • Psychische Symptome:
    • Reizbarkeit
    • Unruhe
    • Konzentrationsstörungen
    • Verwirrungszustände
    • Schwindel
    • Benommenheit
    • Angstgefühle und Depressionen
  • Müdigkeit, Schwäche und Abgeschlagenheit
  • Starkes Schlafbedürfnis oder Schlafstörungen
  • Migräne und Kopfschmerzen
  • Verspannte Schulter- und Nackenmuskulatur
  • Rückenschmerzen
  • Herzklopfen, Herzstolpern, Herzrasen
  • Druck auf der Brust
  • Magenkrämpfe und Appetitlosigkeit
  • Menstruationsstörungen
  • Verstärkung von Allergien
  • Taubheitsgefühl in Armen und Beinen
  • Verdauungsstörungen
  • Kalte Hände und Füße

Wenn mehrere der genannten Symptome auf Sie zutreffen, sollten Sie das Gespräch mit einem Arzt suchen und ihn auf einen eventuellen Magnesiummangel hinweisen.

Wie erfolgt die Diagnose?

Die Symptome sind leider recht unspezifisch und können auch mit anderen Krankheiten einhergehen. Deshalb ist die Diagnosestellung meist nicht so einfach. Der Arzt sollte unbedingt auch andere Ursachen in Betracht ziehen, denn Herzrhythmusstörungen, chronische Magen-Darmkrankheiten oder Depressionen können ebenfalls zu den genannten Symptomen führen. Vor Ihrem Arztbesuch können Sie einen Selbsttest durchführen, um herauszufinden, ob ein Magnesiummangel in Ihrem Fall in Frage kommt. Auf magnesium.de gibt es zum Beispiel einen solchen Test, mit dem Sie ermitteln können, ob Sie bereits an einem Magnesiummangel leiden. Das Testergebnis können Sie auch zum Arzt mitnehmen, damit er auf dieser Grundlage eine sichere Diagnose stellen kann. Dafür wird der Arzt Ihr Blut im Labor untersuchen lassen, um heraufzufinden, ob das Gesamtmagnesium im Blut bei 0,7 bis 1,0 Millimol pro Liter liegt. Darüber hinaus ist eine Urinuntersuchung sinnvoll. Genauere Aussagen über einen Magnesiummangel können getroffen werden, wenn das freie, nicht an Eiweiße gebundene Magnesium untersucht wird.

Welche Behandlungsmöglichkeiten sind bei einem festgestellten Magnesiummangel sinnvoll?

Wenn ein Magnesiummangel diagnostiziert wurde, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Ernährungs- und Lebensstil überdenken. Weniger Alkohol und Stress sowie eine gesündere Ernährung tragen dazu bei, den Mangel zu bekämpfen. Achten Sie darauf, viele magnesiumreiche Lebensmittel in Ihren Speiseplan einzubauen. Dazu gehören Nüsse und Samen wie Sonnenblumenkerne, Walnüsse und Mandeln aber auch Produkte aus Vollkorngetreide wie beispielsweise Haferflocken, Naturreis und Weizenvollkornbrot. Bei einem starken Mangel sind Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle zusätzliche Behandlungsmöglichkeit.

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