Morbus Crohn: Autoimmunerkrankung der Darmschleimhaut

Morbus Crohn gehört zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (kurz: CED). Schätzungsweise 100.000 Deutsche leiden vor allem unter befallene Abschnitte des Dick- und Dünndarms, etwa 3.000 bis 4.000 Neuerkrankungen kommen jährlich hinzu. Besonders häufig sind Jugendliche und Erwachsene zwischen 15 und 35 Jahren betroffen. Trotz intensiver Forschung konnte bis heute keine eindeutige Ursache für die Erkrankung gefunden werden.

Allerdings gehen Forscher davon aus, dass Rauchen und Stress bei einer entsprechenden Veranlagung das Erkrankungsrisiko erhöhen. Obwohl Morbus Crohn in der Regel chronisch ist, gibt es auch Patienten mit Schüben. Zwischenzeitlich sind sie gänzlich ohne Symptome.

Symptome

Besonders typisch für Morbus Crohn ist ein Durchfall, der länger als sechs Wochen andauert. Zwar geht er meistens ohne Blut einher, belastet aber den Betroffenen mit drei bis sechs dünnen oder wässrigen Stuhlgängen stark. Hinzu kommen leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Außerdem berichten Patienten von Schmerzen in der unteren rechten Bauchseite. Auch Fisteln im Afterbereich und Abszesse im Unterleib oder Darm sind häufig ein erstes Krankheitsanzeichen.
Selten kommt es zu Symptomen außerhalb des Verdauungstraktes. Dazu zählen Gelenk- und Augenentzündungen, Veränderungen der Haut, Probleme mit der Leber oder wunde Stellen.

Diagnose

Bei Verdacht auf Morbus Crohn ist ein Arztbesuch unumgänglich. Bei einer gründlichen körperlichen Untersuchung werden unter anderem die Mundhöhle sowie der After untersucht. Auch ein Druckschmerz im Bereich des Bauches kann vom Arzt festgestellt werden. Zur weiteren Diagnosestellung wird am häufigsten eine Darmspiegelung vorgenommen. Anhand der entnommenen Gewebeproben kann eine Entzündung festegestellt werden. Auch Fisteln, Ulcera (Schleimhautgeschwüre) und Stenosen (Darmverengungen durch Narbenbildung) können so erkannt werden.
Blutwerte können Auskunft über vorhandene Entzündungen geben. Bei Morbus Crohn sind die Blutsenkungsgeschwindigkeit und ein bestimmtes Protein erhöht. Auch die Anzahl von Leuko- und Thrombozyten dürfte über dem normalen Durchschnitt liegen. Da die Darmfunktion bei Morbus Crohn-Patienten nur eingeschränkt ihren Aufgaben nachkommt, kommt es häufig zu einer mangelnden Resorption von Vitaminen und Spurenelementen.
Weiterhin ist eventuell eine Kernspin- oder Computertomografie nötig.

Therapie

Leichte und mittelschwere Fälle sind ambulant behandelbar. Ziel einer Therapie ist es, die Anzahl der Schübe deutlich zu verringern und die vorhandenen Symptome zu lindern. Eine Heilung gibt es bis heute nicht. Für die Behandlung der Krankheitsschübe werden diese in verschiedene Stufen eingeteilt. Bei einer geringen Aktivität wird der Betroffene mit Kortikosteroide behandelt. Bei Beschwerden ausschließlich im Bereich des Verdauungstraktes werden außerdem eine Ernährungstherapie und eine Symptomlinderung (zum Beispiel ein Mittel gegen Durchfall) empfohlen.
Bei einer mäßigen Aktivität werden hauptsächlich Kortisonpräparate verschrieben. Bei einem schweren Krankheitsverlauf werden neben den Kortisonpräparaten oftmals auch Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems verordnet. Bleibt der Erfolg aus und kommt eine Operation nicht in Frage, gibt es noch Antikörper gegen Entzündungsfaktoren (TNF-Antikörper).

Operativer Eingriff

Aufgrund der Folgen der Morbus Crohn-Erkrankung ist bei rund 70 Prozent der Patienten mindestens ein operativer Eingriff nötig. Am häufigsten werden dabei Verengungen im Darm aufgedehnt, Fisteln verschlossen oder eitrige Abszesse aufgeschnitten und „gesäubert".

 

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