Säurearme Ernährung: Abnehmen mit der Schaubkost?  

Die säurearme Ernährung gehört zu den alternativen Ernährungsweisen und wird oft von Heilpraktikern empfohlen.
Zusammen mit der Reduzierung kohlenhydrathaltiger Nahrungsmittel spricht man von der so genannten Schaubkost. Sie soll vor allem für Patienten mit chronischen Krankheiten wie Neurodermitis und Allergiker empfehlenswert sein. Kritiker jedoch bemängeln die einseitige Ernährung - allem voran die erhöhte Fettzufuhr und die „Verteufelung" von Obst und Gemüse.

Die Grundregen der Ernährung nach Schaub sehen wie folgt aus:

Mahlzeiten

Morgens sollte reichlich gefrühstückt werden, da die Energie für den Tag benötigt wird. Das Mittagessen hingegen darf nicht übermäßig ausfallen. Das Abendbrot sollte idealerweise ganz ausfallen, sofern das Körpergewicht nicht im unteren Bereich liegt. Durch diese Art der Mahlzeitengestaltung sollen Bluthochdruck, Stauungen und Übergewicht reduziert werden.

Lebensmittelauswahl

Obst, Gemüse und Salate sollten nur bis 14 Uhr verzehrt werden, da die Tageszeit bei der Verdauung eine wichtige Rolle spielt. Jede Mahlzeit muss eine Eiweißspeise enthalten. Allerdings darf sie mit anderen Produkten wie zum Beispiel Käse oder Fleisch kombiniert werden. Ideal sind Kartoffeln oder Glasnudeln aus Mungobohnen. Da auf die Anzahl der Kohlenhydrate geachtet wird, sind die Portionen relativ klein. Um satt zu werden, kann die Mahlzeit durch Käse, Butter, gekochtes Ei, Fisch, Fleisch oder Rahmsoße ergänzt werden.

Die Schaubkost geht davon aus, dass Obst zwar gesund, aber auch schwer verdaulich ist. Der Gehalt an Fruchtzucker und Fruchtsäuren sei zu hoch und aufgrund der veränderten Zuchtbedingungen der letzten Jahrzehnte (u.a. größere Früchte) für den menschlichen Verdauungsapparat nur bedingt geeignet. Einzige Ausnahme bildet die Banane. Sie darf abends anstelle von Kartoffeln und Glasnudeln gegessen werden. Allerdings ist die Menge beschränkt: Mehr als eine Hälfte darf es nicht sein.

Gemüse, Salate und Obst müssen strikt getrennt werden. Entweder stehen gekochtes Gemüse, ein Salat oder Obst auf dem Speiseplan. Weiterhin muss der Abstand zwischen den Mahlzeiten entsprechend groß sein. Überhaupt gelten Gemüse und Salat in der Schaubkost als bedenklich. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Oxal und Phytinsäuren entzögen dem Körper Mineralien. Die Folge: Der Zahnschmelz wird angegriffen, die Neigung zu Blähungen erhöht. Auch Patienten mit Allergien, Gallen- und Nierensteinen sowie Gelenkerkrankungen sollten den Verzehr einschränken.
Fetthaltige Speisen hingegen werden empfohlen, da sie über mehrere Stunden sättigen und die Aufnahme einiger Vitamine unterstützen. Hier weisen Kritiker jedoch darauf hin, dass vor allem das in der Schaubkost viel gelobte Vitamin D kaum über Nahrung aufgenommen, sondern als einziges Vitamin durch Sonnenlicht gebildet wird.

Abschließend sei also an dieser Stelle erwähnt, dass momentan viele alternative Ernährungsweisen im Trend liegen. Wissenschaftlich belegt werden angebliche Erfolge dieser Diät bisher allerdings nicht, sie sollte deshalb eher kritisch betrachtet werden.

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