Vegane Ernährungsumstellung auf vegan: Warum Ausdauersport trotzdem möglich ist

Immer mehr Menschen stellen ihre Ernährung auf vegan um. Die Ernährung mithilfe von pflanzlichen Produkten hat viele Vorteile. Skeptiker sind jedoch davon überzeugt, dass Veganer keinen Ausdauer- und Leistungssport betreiben können. Eine falsche Behauptung, wie dieser Artikel beweist.
 

Über die korrekte Ernährung werden seit Jahren Tausende Seiten geschrieben. Inzwischen gibt es Menschen, die sich ausschließlich vegan ernähren. Übersetzt bedeutet das: Sie essen weder Fleisch noch tierische Produkte. Dass sie dabei auf die Skepsis vieler Mitmenschen treffen, ist nicht verwunderlich.

Sportler, die vegan leben und erfolgreich sind

Und doch ist die Skepsis unbegründet, schließlich gibt es erfolgreiche vegane Leistungssportler. Zu dieser Gruppe zählt auch der Ultramarathon-Läufer Scott Jurek, welcher 2012 seine Biographie Eat & Run: My Unlikely Journey to Ultramarathon Greatness veröffentlich hat. Im deutschsprachigen Raum sind ebenfalls erfolgreiche Athleten zu finden, welche sich pflanzlich Ernähren:

  1. Michael Griesmeier, Ultralangstreckenläufer
  2. Carolin Iseler, Radsportlerin
  3. Thomas Unger, Laufsportler

Ein Interview mit den drei veganen Sportlern gibt es auf bevegt.de.

Welche Auswirkung hat eine Ernährungsumstellung auf die Ausdauer?

Der vegane Lebensstil ist für die meisten Menschen mit einer Ernährungsumstellung verbunden. Nur wenige Eltern ziehen ihre Kinder von Anfang an vegan auf. Diese Tatsache wird auch bei den obigen Sportlern deutlich: Viele von ihnen waren jahrelang Vegetarier und sind erst kürzlich auf den veganen Zug aufgesprungen.

Diese Tatsache ist von großer Wichtigkeit, denn eine Ernährungsumstellung bringt immer eine gewisse Umstellung mit sich. Gemeint ist, dass sich nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche auf die neue Nahrung umstellen muss. Menschen müssen gleichzeitig auch lernen, gewisse Produkte, die sie bis dato aßen, mit Alternativen zu ersetzen.

Für Menschen, die sich nicht nur vegan ernähren, sondern gleichzeitig auch Sport treiben möchten, ist die Situation etwas schwieriger. Sportler haben andere Anforderungen an ihre Ernährung als normale Verbraucher. Das gilt insbesondere bei Ausdauersportlern: Diese Personen befinden sich bei der Ausübung ihrer Sportart in einem aeroben Zustand. Konkret bedeutet das, dass ihr Körper unter physischen Belastungen gleichmäßig und kontinuierlich mit Sauerstoff versorgt wird.

Ausdauersportler benötigen folglich Energie für einen langen Zeitraum. Kohlenhydrate sind die natürlichsten und effizientesten Energielieferanten für diese Aufgabe. Komplexe Kohlenhydrate sind in stärkehaltigen Produkten wie Haferflocken und Kartoffeln zu finden. Da diese Moleküle lang sind, kann der Körper sie nur langsam verdauen. Die Zunahme solcher Kohlenhydrate ist nur drei bis fünf Stunden vor dem Training empfehlenswert, beispielsweise beim Frühstück.

Kurzkettige Kohlenhydrate hingegen kann der Darm schneller verdauen und Energie folglich rapider zur Verfügung stellen. Eine Stunde vor dem Training können Ausdauersportler folglich Obst sowie Glucose zu sich nehmen.

Vegane Sportler können mit einer Ernährungsumstellung alleine nicht die benötigte Ausdauer erzielen. Nur die Kombination aus einer vollwertigen, hochwertigen Ernährung mit einem dazu passenden Training erhöht die Ausdauer. Der Schlüssel beim Training ist der optimale Puls: Mit ihm kann man nicht nur die Fettverbrennung steigern, sondern auch die persönliche Maximalleistung erzielen.

Da jeder Körper anders ist, müssen Ausdauersportler ihren optimalen Puls selbst berechnen, diesen regelmäßig kontrollieren und protokollieren, um ihn letztendlich zu erreichen. Durch die Messung des Pulses sowie der Zeit für die Ausübung der gewünschten Sportart können Ausdauersportler ihr volles Leistungspotenzial erreichen. Näheres zum optimalen Puls gibt es hier.

Vegane Ernährungsumstellung - aber richtig

Dass die vegane Ernährungsumstellung erprobt ist und für viele Ausdauer- und Leistungssportler funktioniert, ist inzwischen bewiesen. Doch der Weg dorthin ist nicht ganz einfach, insbesondere für Otto-Normalverbraucher. Profisportler werden in der Regel von einem Arzt begleitet, der sie umfassend berät. Verbraucher sollten auf die Tipps eines Arztes nicht verzichten, wenn sie eine Ernährungsumstellung planen. Eine falsche Ernährung kann nicht nur die sportliche Leistung beeinträchtigen, sondern zu gesundheitlichen Schäden führen.

Wer sich für einen veganen Lebensstil interessiert, muss sich aber auch selbst informieren. Das gilt insbesondere im Bereich Eiweiß, welches Veganer entgegen vieler Behauptungen nicht mithilfe von Shakes und anderen Produkten aufnehmen müssen. Viele Menschen wissen nicht, dass es tierisches und pflanzliches Eiweiß gibt. Zu letzterer Kategorie gehören Hülsenfrüchte (Bohnen, Erben, Linsen) aber auch einige Gemüse- und Getreidearten. Die größte Eiweißbombe ist die Lupine, welche alle acht essenziellen Aminosäuren enthält.

Eine Anlaufstelle für Interessierte ist diese Broschüre (PDF; 5,4 MB) der PETA Deutschland e.V., welche umfassende Informationen zur veganen Ernährung in Kombination mit Sport zusammenfasst.

Ausprobieren und auf den eigenen Körper hören

Zu den am Anfang des Artikels genannten Skeptikern gehört auch Mike Kleiß von Die Welt: Er fing mit dem Laufen an und nahm dabei 40 Kilogramm ab. Nun wagt er einen Selbstversuch: Bereits seit zwei Wochen ist er Veganer.

Wer den Versuch startet, sich vegan zu ernähren, und dabei Sport treibt, wird mehr Klarheit im Kopf bekommen. Er wird wieder lernen, auf den eigenen Körper zu hören.

Der Autor des Artikels hat erkannt, dass es im Internet viele Tipps gibt. Dabei bemerkte er auch, dass nicht jeder zum Erfolg führt. Grüne Smoothies liegen ihm schwer im Magen, stattdessen trinkt er lieber mehr Wasser. Auch ist er kein Fan von grünem Matcha-Tee, seine Alternative ist der klassische Wachmacher Kaffee. Deshalb gilt: Auch in der veganen Ernährung muss jeder Mensch selbst herausfinden, welche Produkte und Rezepte besser zu ihm passen. Ein allgemeines Erfolgsrezept gibt es nicht. Jeder Mensch ist anders und hat folglich unterschiedliche Anforderungen an seine Ernährung.

In Kombination mit Ausdauersport gelten jedoch besondere Anforderungen. Deshalb sind Interessierte beraten, sich mit einem Arzt zu konsultieren. Dieser kann im Bereich vegane Ernährung und Ausdauersport spezifische Informationen liefern.

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