Zöliakie: Wenn Brot und Nudeln krank machen 

Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine lebenslange Unverträglichkeit des Klebereiweißes (Gluten), das in vielen Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Hafer, Gerste, Roggen, Grünkern und Wildreis vorkommt. Werden glutenhaltige Lebensmittel verzehrt, kommt es zu einer Autoimmunreaktion, die die Darmzotten auf der Dünndarmschleimhaut schädigt.

Die stark abgeflachten Darmzotten sind dann nur noch eingeschränkt in der Lage, die Nährstoffe zu verdauen. Als Therapiemöglichkeit kommt nur der konsequente Verzicht auf glutenhaltige Produkte in Frage. Hält man diese Diät ein, erholen sich die Darmzotten allerdings sehr schnell. Nach etwa drei bis vier Monaten hat die entzündete und abgeflachte Dünndarmschleimhaut ihre alte Gestalt zurück und kann ihre Funktion wieder uneingeschränkt ausführen. Auch wenn die Krankheitssymptome völlig verschwunden sind und der Patient somit beschwerdefrei ist, muss die glutenfreie Ernährung trotzdem dauerhaft eingehalten werden.
Die häufigsten Symptome bei Zöliakie / Sprue sind: Durchfall, Erbrechen, Gedeihstörung, Appetitlosigkeit, Blutarmut, aufgeblähter Bauch und sogar eine Wesensveränderung (Antriebslosigkeit oder Apathie):


Die Ernährungsumstellung

Vor allem zu Beginn ist die Ernährungsumstellung aufwendig. Allerdings gibt es in Deutschland seit 2005 eine Neuregelung der Deklarationspflicht. Dank dieser EU-Richtlinie müssen Lebensmittelhersteller zwölf Gruppen potentieller Allergene (glutenhaltige Cerealien, Fisch, Schalentiere, Eier, Erdnüsse, Soja, Milchprodukte, Sellerie, Senf, Sesamsamen und Sulfite) kennzeichnen.
Eine umfassende Übersicht über glutenfreie Produkte, die ständig aktualisiert wird, bietet die Deutsche Zöliakiegesellschaft an. Hier ist aber eine Mitgliedschaft Voraussetzung für den Erwerb. Informationen dazu gibt es unter der Telefonnummer 0711-454514.

Glutenfreie Getreidearten und andere alternative Lebensmittel

Als Ersatz für glutenhaltiges Getreide eignen sich Reis, Hirse, Mais, Amaranth, Tapioka, Buchweizen und Quinoa. Amaranth ist reich an Eiweiß, Eisen, Kalzium, Magnesium, Vitamin B und C. Aufgrund des nussigen Geschmackes eignet es sich sehr gut für Bratlinge und Gratins. Aus Buchweizenmehl werden Brot und Kuchen gebacken. Es ist vor allem zu Beginn der Ernährungsumstellung sehr empfehlenswert, da es auch von geschwächten Verdauungsorganen gut aufgenommen wird. Tapioka wird zum Andicken von Süßspeisen verwendet. Generell erlaubt sind außerdem Soja, Kartoffelmehl, Leinsamen, Sesam, Sonnenblumenkerne, Nüsse, Obst, Fleisch und alle Lebensmittel, denen kein Mehl zugesetzt wurde.
Durch die Vielzahl der Neuerkrankungen in den letzten Jahren hat sich auch die Lebensmittelindustrie auf Zöliakie-Betroffene eingestellt. Gab es früher glutenfreie Mehle und Produkte nur in Reformhäusern, bekommt man diese heute in fast allen Supermärkten und vielen Drogerienketten.
Bei der Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung sollte darauf geachtet werden, dass bereits kleinste Mengen Beschwerden auslösen können. Geschirr und Besteck sollte deshalb immer getrennt verwendet werden. Auch die Anschaffung eines neuen Toasters, etc. ist empfehlenswert. Kindern fällt die Ernährungsumstellung übrigens oftmals leichter als Erwachsenen. Damit ein relativ normales Leben möglich ist, sollten Sie offen mit der Erkrankung umgehen. Bei Kindergeburtstagen zum Beispiel kann eine Torte auch mit glutenfreiem Mehl gebacken werden.
Die Einhaltung der Diät ist wichtig, da sie nicht nur die Krankheitssymptome verschwinden lässt, sondern auch das erhöhte Risiko, an Magen-Darm-Krebs zu erkranken, senkt.

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