Zucker & Co.: Worauf man bei Diabetes in der Ernährung achtet

Diabetes mellitus gehört mittlerweile zu den sogenannten Volkskrankheiten - rund 8,5 Millionen Deutsche leiden darunter. Dabei wird zwischen Typ 1 und dem Altersdiabetes (Typ 2) unterschieden. Bei letzterem müssen meistens nur Blutzucker senkende Tabletten eingenommen werden, während die Typ1-Patienten ein Leben lang auf Insulin angewiesen sind.

Resorptionsgeschwindigkeit

Eine große Rolle bei Diabetes spielt die Ernährung. Zunächst muss darauf geachtet werden, welche Lebensmittelgruppen den Blutzuckerwert erhöhen. So schießen zuckerhaltige Getränke, „isolierter" Zucker und Süßigkeiten regelrecht ins Blut. Sie eignen sich also nur bei einer Unterzuckerung. Auch Weißmehl und Obst strömen relativ schnell ins Blut. Vollkorngetreideprodukte und Kartoffeln fließen ins Blut, Kohlenhydrate aus Milch, Gemüse und Hülsenfrüchte steigern den Blutzuckerwert äußerst langsam. So sollten also ballaststoffreiche Mahlzeiten mit komplexen Kohlenhydraten (Gemüse, Kartoffeln, Obst, Vollkornbrot und -nudeln) bevorzugt werden. Auch fettarme Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Quark, fettarmer Käse, Buttermilch, Fisch und magere Fleischsorten sind geeignet. Lediglich in Maßen verzehrt werden sollten fette Fleischsorten, Sahne sowie zuckergesüßte Säfte und Obstkonserven.
Völlig verzichten sollte man seiner Gesundheit zu Liebe auf Zucker, Traubenzucker, Marmeladen, Honig, Kaffee, Süßigkeiten, Kuchen, Torten und Alkohol. Eine Ausnahme bildet Schokolade: Sie ist so fettreich, dass die Aufnahme ins Blut deutlich verlangsamt wird.

Broteinheiten

Typ 1-Diabetiker können ihre Speisen in Broteinheiten (BE) berechnen. Eine BE entspricht etwa 12 Gramm verwertbarer Kohlenhydratmenge. Kennt man die genaue Nährstoffmenge der Lebensmittel, ist eine gute Blutzuckereinstellung möglich. Je nach Körpergröße liegt die empfohlene Tagesmenge zwischen 14 und 26 BE. Zum Vergleich: Ein Teller Spaghetti hat sechs BE.
Die benötigte Gesamtmenge sollte auf sechs bis sieben Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt werden, so dass der Blutzuckerspiegel auf einem gleichbleibenden Niveau gehalten wird.

Zucker

Geringe Mengen an Zucker sind nach neuestens Erkenntnissen auch für Diabetiker erlaubt. Allerdings muss die Stoffwechseleinstellung gut sein und die Selbstkontrolle regelmäßig durchgeführt werden. In Getränkeform oder pur ist Zucker allerdings nicht geeignet, sondern nur in verpackten Lebensmitteln. Zum Süßen gibt es folgende kalorienfreie Alternativen: Saccharin, Cyclamat und Aspartam.

Fette

Mehr als 70 Gramm Fett pro Tag sollte nicht verzehrt werden. Zu bevorzugen sind pflanzliche Fette oder Öle mit einfach ungesättigten Fettsäuren (Oliven-, Raps- und Maiskeimöl).

Vorbeugung von Spätfolgen

Um Folgeschäden wie Durchblutungsstörungen vorzubeugen, sollten Diabetiker möglichst viel Vitamin A, C und E zu sich nehmen. Sie können freie Radikale neutralisieren und senken somit das Risiko für Spätfolgen. Viel frisches Obst und Gemüse gehören also auf den täglichen Speiseplan.

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