Hausmittel gegen Hämorrhoiden

Etwa 50% der über 50-Jährigen in Deutschland leiden unter Hämorrhoiden, die Dunkelziffer auch bei jüngeren Betroffenen ist aber vermutlich noch viel höher. Aus Scham allerdings verschweigen die meisten ihr Leiden.
Die Ursachen für diese Krankheit sind bis heute nicht vollständig geklärt worden, aber eine ballaststoffarme Kost, langes Sitzen sowie ungünstige Stuhlgewohnheiten spielen dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Diese Faktoren können zu einer Vergrößerung oder Tiefertreten eines der drei Gefäßpolster beitragen, die jeder gesunde Mensch hat. Hämorrhoiden machen sich durch Afterjucken, Brennen, Blutungen und dem Gefühl eines Fremdkörpers im After bemerkbar. In den Anfangsstadien können Sie noch auf Hausmittel zurückgreifen.

Ernährung & Bewegung

Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse gehören unbedingt auf Ihren Speiseplan. Bei Getränken sollten Sie frisches Mineralwasser bevorzugen und auf Süßigkeiten nach Möglichkeit ganz verzichten - sie sind die beste Voraussetzung für eine Verstopfung und belasten damit das Gefäßpolster. Ein altbewährtes Hausmittel ist die Apfelkur. Dabei werden täglich mindestens 250 ml naturtrüber Apfelsaft oder Apfelmost getrunken.
Viel Bewegung ist empfehlenswert, allerdings sollten Sie auf Sportarten wie Tennis oder Joggen auf hartem Untergrund verzichten. Dabei werden die Organe im Becken stark beansprucht und der Beckenboden belastet.
Den Schließmuskel am After kann man mit einer einfachen Übung trainieren: Täglich etwa 30 Mal zusammenziehen, anhalten und anschließend wieder loslassen.

Sitzbäder, Salben & Kompressen

Linderung der Symptome versprechen oftmals Sitzbäder mit Eichenrinde oder Zinnkraut. Anschließend die betroffene Stelle mit kaltem Quark betupfen und mit einem Tuch abdecken. Für heiße Kompressen kann Schafgarben- oder Kamillentee verwendet werden. Diese Anwendungen sollten täglich mehrmals wiederholt werden.
Eine unterstützende Salbe können Sie leicht selbst herstellen: 15 Gramm Lanolin, vier Gramm Bienenwachs und 30 ml Olivenöl in einem Wasserbad erwärmen und 30 ml Rosskastanienextrakte hinzufügen. Die Mischung ziehen lassen, abfüllen und nach dem Abkühlen zweimal täglich auf die betroffenen Stellen einreiben. Rosskastanien wirken sich positiv auf die Venen aus und fördern den Rückfluss. Auch eine Ringelblumensalbe mit Honig vermischt ist hilfreich. Hamamelis-Salben sind aufgrund ihrer zusammenziehenden Wirkung sehr empfehlenswert.

Tee trinken

Steinklee hat eine heilende Wirkung auf die geschädigten Venen und bekämpft Geschwüre. Auch die Taubnessel hilft bei Hämorrhoiden. Ein Esslöffel weiße Taubnessel und 250 ml kaltes Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, zehn Minuten ziehen lassen und danach abseihen. Davon sollten zwei bis drei Tassen täglich getrunken werden.

Lassen die Beschwerden nicht nach oder verschlimmern sie sich noch, befinden Sie sich wahrscheinlich bereits in einem fortgeschritteneren Stadium. Dann ist ein Arztbesuch unumgänglich. Dieser wird Ihnen eventuell zu einem (ambulanten) Eingriff raten.

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