Allgemeines über Zecken (Holzbock)

Wenn im europäischen Raum von Zecken die Rede ist, ist in der Regel der so genannte Holzbock (Ixodes ricinus) gemeint. Der Holzbock ist neben der Übertragung von FSME hauptverantwortlich für die Übertragung von Borreliose. Nicht nur in Deutschland ist der Holzbock beheimatet, sondern er macht ungefähr 90 Prozent des gesamten Zeckenaufkommens in Europa aus.

Der Holzbock zählt zu den Schildzecken. Die Männchen tragen einen schwarz-braunen Schild auf dem ganzen Rücken, wohingegen der Rücken der Weibchen nur zu 30 Prozent mit einem roten Schild in der Form eines Herzens bedeckt ist. Die Weibchen sind mit ihren 3,5 Millimetern Körperlänge einen Millimeter größer als die Männchen.

Vollgesogene Weibchen können eine Größe bis zu drei Zentimetern erreichen. Die Weibchen nehmen in der Regel vor der Eiablage und Häutung eine Blutmahlzeit zu sich. Ob sie danach noch überleben können, ist bis heute nicht ganz geklärt. Während die einen behaupten, dass die Weibchen danach noch Monate bis Jahre überlebensfähig sind, gehen andere davon aus, dass die Weibchen nach der Eiablage sterben. Bei den Männchen wird davon ausgegangen, dass sie nach der Begattung der Weibchen sterben.

Die Zecken sind hauptsächlich vom Frühjahr bis zum Herbst aktiv. In den Monaten März bis Oktober sind sie besonders stechbereit. Das bedeutet jedoch nicht, dass in den übrigen Monaten keine Gefahr durch einen Zeckenbiss besteht. Zwar fallen die Zecken bei Minustemperaturen in eine Starre, aber bei Plustemperaturen von sieben bis zehn Grad tagsüber, die auch in milden Wintern durchaus drin sind, werden sie wieder geschäftig. Bei guten Bedingungen können die Zecken das ganze Jahr über aktiv sein. Das ist zum Beispiel in geschlossenen Räumlichkeiten, wie Gärtnereien, Blumenläden, Stallungen und Baumärkten der Fall. Das einzige Wetter, das Zecken schadet, ist trocken Hitze über einen längeren Zeitraum. Dann sterben sie ab. Bei schwüler Hitze hingegen fühlen sie sich pudelwohl. Es gibt bestimmte Wetterbedingungen, unter denen Zecken besonders aktiv und stechbereit sind: bei bedecktem Himmel und Schwüle, vor Gewitter oder vor Regenschauern. Dabei sind die Zecken Tag und Nacht auf der Suche nach einer Blutmahlzeit.

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