Behandlungsfehler und Fehldiagnosen - ein heikles Thema mit schwerwiegenden Folgen

Die heutige Medizin ist fortschrittlicher denn je und die Wissenschaft und Forschung auf diesem Terrain setzt alles daran, immer wieder Neues und Besseres zu entwickeln, um es Ärzten wie Patienten so leicht wie möglich zu machen. Das gelingt grundsätzlich sehr gut und die Behandlungsmethoden und Heilungsprognosen zeigen in vielen Krankheitsfällen Erfolge auf, die sich sehen lassen können. 

Behandlungsfehler?

Doch auch Ärzte sind nur Menschen und Operateure erst recht. Auch ihnen kann ein Fehler bei Eingriffen und Operationen, Diagnoseerstellungen und Behandlungen unter die Finger gleiten. Denn Irren ist nun mal menschlich, auch bei Medizinern. Doch welche Konsequenzen und Folgen kann eine Fehldiagnose für Patienten und Ärzte gleichermaßen mit sich bringen? Wie schwerwiegend sind die Folgen für die Lebensqualität des Patienten, was kommt auf den Arzt und Operateur zu? Wie kann sich ein Arzt rechtlich absichern, wenn es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt?


Aus der Sicht des Arztes


Trotz aller Vorkehrungen und sorgsamer Vorbereitungen seitens des erfahrenen Ärzteteams können dennoch selbst bei kleinen, sogenannten Routineeingriffen und Operationen große und schwerwiegende Fehler passieren. Schon allein eine falsche Diagnose zu stellen, die mit einer darauffolgenden Behandlung, entsprechender Medikation oder Therapie einhergeht, kann einen verheerenden Ausgang finden, wenn dieses nicht frühzeitig genug erkannt wird. Für den Operateur und Arzt eine Katastrophe, für den betroffenen Patienten allerdings erst recht. Denn mitunter können Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen schwere Folgen und gesundheitliche Schäden mit sich bringen oder auch hervorrufen. Der jeweils behandelnde Arzt oder auch Operateur steht nun fortan in der Beweispflicht und wird zur Rechenschaft und Stellungnahme herangezogen. Hier ist guter Rat nicht nur teuer, sondern kann auch schlimmstenfalls den Entzug der Niederlassung als praktizierender Arzt oder sogar der Approbation bedeuten. Ärzte benötigen deshalb grundlegend eine gute Absicherung, denn Irren ist menschlich und kein noch so guter und professionell agierender Arzt mit jahrelanger Praxis und Erfahrung kann sich von Behandlungsfehlern freisprechen und ist nicht davor gefeit, dass diese jederzeit geschehen können. Umso wichtiger ist es, auf eine gute Rechtsschutzversicherung für Ärzte zurückgreifen zu können, die dann greift, wenn es zu solchen Fällen und Ereignissen kommt und ein Ärzte-Rechtsschutz unabdingbar ist. Die Rechtsschutzversicherung für Ärzte ist ein wichtiges Hilfselement für Mediziner, die gleich zu Beginn der Selbstständigkeit als praktizierender Arzt abgeschlossen werden sollte. Rechtsfälle in diesem Segment können sich mitunter über Jahre hinweg erstrecken, bevor es zu einer gerichtlichen Einigung und oder ein Gerichtsurteil kommt. Die Kosten, die dadurch entstehen können, sind immens und ohne die Hilfe eines professionellen Rechtsbeistandes kann das für Mediziner schlimmstenfalls sogar je nach Schweregrad und Urteil das Aus als praktizierender Arzt bedeuten. Die Haftung des Arztes in diesen Fällen kann mitunter ohne Rechtsschutzversicherung für Ärzte also nicht nur extrem langwierig und teuer werden, sondern auch existenzielle Folgen mit sich ziehen.


Aus der Sicht des Patienten


Kommt es tatsächlich bei einer ärztlichen Behandlung allein nur zu nachweislichen Mängeln gegenüber dem heutigen und anerkannten Stand der ärztlichen Wissenschaft, kann der Patient schon in diesem Fall wegen eines Behandlungsfehlers rechtlich gegen den Arzt vorgehen. Kann bedeutet, dass es nicht zwingend automatisch immer zu einem erfolgreichen Ausgang für den Patienten kommen kann. Die Haftung des jeweiligen Arztes für den nachweislichen Behandlungsfehler kann dann dem Patienten in Form von einer bestimmten Höhe Schmerzensgeld sowie Schadenersatz zukommen. Somit wäre der erlittene Schaden zunächst ausgleichbar. Allerdings auch nur bis zu einem bestimmten Rahmen und Schweregrades. Nach heutiger Rechtssprechung würde das folgendermaßen deklariert und formuliert: Gemäß § 630 a Abs. 2 BGB hat die ärztliche Behandlung nach den zum Zeitpunkt der Behandlung bestehenden, allgemein anerkannten fachlichen Standards zu erfolgen. Dieser vom Gesetzgeber definierte fachliche Standard bemisst sich nach dem medizinischen Standard des nun jeweiligen Fachgebietes des Arztes. Für eine Haftung des Arztes ist maßgeblich, ob das ärztliche Handeln dem medizinischen Standard seines Fachgebietes objektiv entsprochen hat. Der behandelnde Arzt muss die Voraussetzungen einer dem medizinischen Standard entsprechenden Behandlung kennen und beachten. Andernfalls kommt eine Haftung des jeweiligen Mediziners wegen eines Behandlungsfehlers in Betracht. So die Rechtssprechung im juristischen Deutsch. Im Klartext bedeutet dies, dass, wenn der praktizierende Arzt innerhalb seines jeweiligen Fachgebietes nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und behandelt hat und es dennoch zu einem Behandlungsfehler gekommen ist, er dennoch dafür zur Rechenschaft gezogen werden kann, solange sein Handeln als nicht im Rahmen der medizinischen Standards diesbezüglich vollzogen hätte. Patienten sollten also bei Verdacht auf Behandlungsfehler, Fehldiagnosen und Co. sich immer rechtlichen Beistand holen und ihn miteinbeziehen. Immer miteinbeziehen. Denn langwierig und zeitintensiv und eben auch kostspielig werden diese Verfahren zunächst immer.

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