Darmflora aufbauen: So stellen Sie das Gleichgewicht wieder her 

Ein wahres Wunderwerk der Natur ist der Darm im menschlichen Körper. Er ist nicht nur für die Verdauung der täglich aufgenommen Nahrung zuständig, sondern auch das größte Immunorgan des Menschen.

Etwa 400 Quadratmeter groß ist die Oberfläche des Darms, rund 80 Prozent aller immunologisch aktiven Zellen (über 500 verschiedene Mikrobenarten) befinden sich dort. Ist die Darmflora gestört, können schädliche Bakterien, Pilze und Viren ungehindert eindringen. Die Folge: Durchfall und eine Infekthäufung.

Probiotika

Eine einfache Methode zur Darmsanierung ist die Einnahme von Probiotika. Sie können sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch eingesetzt werden. Bei Probiotika handelt es sich um lebende Mikroorganismen, die in der Lage sind, das Gleichgewicht der Darmflora wieder herzustellen und sich somit positiv auf die Gesundheit auszuwirken. Diese Erkenntnis ist zwar schon rund 100 Jahre alt, allerdings wurde sie erst in den letzten Jahren durch molekularbiologische Forschungsmethoden und zahlreiche klinische Studien belegt.

Durchfall

Leidet der Betroffene unter Durchfall, ist laut einer Analyse der Cochbrane Colloboration das Probiotikum Enterococcus faecium SF 68 am wirkungsvollsten. Es senkt nicht nur die durchschnittliche Erkrankungszeit bei Diarrhoe, sondern reduziert auch insgesamt die Stuhlfrequenz. Bei regelmäßiger Einnahme waren mehr als die Hälfte der Patienten einer Studie mit 400 Teilnehmern bereits am dritten Tag beschwerdefrei. Die Meta-Analyse umfasste insgesamt 23 Studien - fast alle wiesen ein positives Ergebnis auf. Lediglich bei Reisediarrhöe eignen sich Probiotika nicht unbedingt als präventives Mittel.
Vor allem Kleinkinder sollten mit Lactobacillen behandelt werden. Bei einer 2006 durchgeführten Studie waren die kleinen Patienten bereits am zweiten Tag deutlich auf dem Weg der Besserung und konnten im Schnitt einen Tag früher aus dem Krankenhaus entlassen werden. Allerdings sind die Mikroorganismen nur dann wirklich wirkungsvoll, wenn sie innerhalb der ersten 48 Stunden nach Krankheitsbeginn verabreicht werden.

Immunabwehr

Um die Immunabwehr zu stärken, empfiehlt sich die medizinische Hefe Sachharomyces boulardii. Sie stimuliert Abwehrkräfte und unterstützt die Darmflora bei der Regeneration.
Aber auch mit den Milchsäurebakterien (Bifidobakterien, Laktobazillen und Streptococcus thermophilus) lassen sich gute Erfolge erzielen. Entsprechende probiotische Lebensmittel gibt es mittlerweile in vielen Supermärkten.

Allergien

Eine finnische Studie zeigte erste Erfolge bei Familien mit erhöhtem Allergierisiko. Nimmt die Mutter während der Stillzeit probiotische Bakterien zu sich, wird das Risiko für eine atopische Dermatitis etwa um die Hälfte reduziert.

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