Endometriose: Symptome, Diagnose & Therapie 

Endometriose ist mit jährlich 30.000 bis 40.000 Neuerkrankungen die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung. Experten gehen davon aus, dass etwa 12 Prozent der Frauen in Deutschland davon betroffen sind. Genaue Angaben darüber gibt es allerdings nicht, da sich die Diagnosestellung recht schwierig gestaltet und somit oft erst spät geschieht.

Endometriose ist eine gutartige chronische Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe im Unterleib der Frau wuchert. Am häufigsten betroffen sind Eierstöcke, Eileiter, Darm, Blase und das Bauchfell. Seltener kommt es zu einem Befall der Lunge oder anderen Organen. Die Ursachen dafür sind bis heute nicht vollständig erforscht.

Verlauf

Da das Gewebe de der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnelt, unterliegt es dem Einfluss von Hormonen während des Monatszyklus. Das bedeutet, dass die Herde wachsen und zyklisch bluten. In der Folge kommt es zu Entzündungsreaktionen, Vernarbungen und Verwachsungen. Auch Zysten können sich häufiger bilden. Im schlimmsten Fall wird die Eizellreifung bzw. der Eisprung gestört, so dass es zur Unfruchtbarkeit der Frau kommt.

Symptome

Am häufigsten berichten die Patientinnen von Bauch- und Rückenschmerzen, die bis in die Beine ausstrahlen. Charakteristisch sind außerdem starke und unregelmäßige Monatsblutungen, Schmerzen bei gynäkologischen Untersuchungen und beim Geschlechtsverkehr.
Weiterhin wird der Eisprung häufig als schmerzhaft empfunden. Blasen- und Darmkrämpfe zählen ebenso zu den Symptomen wie Ohnmachtanfälle während der Menstruation. Blutungen aus Blase und Darm (zyklisch) können neben Müdigkeit und chronischer Erschöpfung ebenfalls auf Endometriose hinweisen. Auch Unfruchtbarkeit, Allergien und Autoimmunerkrankungen sind oftmals auf diese Erkrankung zurückzuführen.

Diagnose

Da die Symptome auch typisch für andere Erkrankungen sind, ist eine Diagnoseerstellung häufig schwer. Oftmals vergehen Jahre, bevor bei der Patientin die Ursache für ihre Beschwerden gefunden wird.
Neben einer gründlichen Anamnese müssen vor allem der Blinddarm, die Gebärmutterbänder und der Douglas'sche Raum gründlich untersucht werden (Tast- und Ultraschalluntersuchung). Eine Bauchspiegelung mit Biopsie wird bei Verdacht die Erkrankung bestätigen.

Therapie

Die Therapie hängt von der Symptomatik ab. Zunächst sollte eine Schmerztherapie zur Bekämpfung der Symptome ins Auge gefasst werden. Der KOK-Test (Einnahme der Pille für drei bis sechs Monate) bringt oftmals große Erfolge. Ein chirurgischer Eingriff ist notwendig, wenn die Herde starke Beschwerden verursachen und die Patientin in ihrer Lebensqualität einschränken. Bei einem solchen Eingriff werden sie mit Hochfrequenzstrom, Hitze oder einem Laser zerstört. Allerdings kann es zu einem Aufflackern der Herde nach drei Jahren kommen. Dies geschieht in rund einem Drittel der Fälle. Da das Endometriosegewebe durch Östrogene aktiviert wird, empfiehlt sich eine Hormontherapie zur Unterdrückung der Östrogenausschüttung. Ein niedriger Östrogenspiegel um Blut unterdrückt die Aktivitäten eines Herdes. Aber immerhin noch 30 Prozent unterliegen keinem hormonellen Einfluss und sprechen nicht auf diese Art der Behandlung an. Welche Medikamente tatsächlich wirken, muss jeweils individuell vom Arzt festgelegt werden. Fest steht jedoch: Werden die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten eingesetzt, sind etwa 90 Prozent der Frauen beschwerdefrei und haben zumindest deutlich geringere Symptome.

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