Entstehung von Burnout 

Burnout ist ein langsamer und schleichender Prozess, der oftmals von den Betroffenen sowie der Umwelt erst sehr spät wahrgenommen wird. Es handelt sich hierbei um eine ernsthafte Erkrankung, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

Die Krankheit besteht aus mehreren Phasen, die sich zu Anfang in Enthusiasmus äußern. Auf den Enthusiasmus folgen die Stagnation, die Frustration und die Apathie, was letztendlich in Burnout endet.

Die Entstehung von Burnout lässt sich oftmals im gesellschaftlichen, persönlichen, sozial- und organisationspsychologischen Umfeld finden. In diesen Bereichen spielen das Wunschbild und die Realität eine entscheidende Rolle. Sobald der Unterschied dabei zu groß ist, steigt die emotionale Enttäuschung stark an. Mit dieser Enttäuschung wird der Grundstock für die Erkrankung gelegt.

Die persönlichen Ursachen

Durch die Belastungen der Umwelt steht der Betroffene seiner persönlichen Toleranz gegenüber. Begünstigt wird Burnout durch den Neurotizismus, der sich mit den Merkmalen wie Ängstlichkeit, Sorgen, Depressionen, Neigung zur Zwanghaftigkeit, ein labiles Selbstwertgefühl, mangelnder Selbstachtung und der Neigung zu Irritationen äußert.

Perfektionsstreben

Aber auch das Streben nach Perfektion mit viel zu hohen Zielen kann zur Erkrankung führen. Bei auftretenden Problemen können keine Kompromisse eingegangen werden, was sich wiederum negativ auf die Planung und Bewertung der Handlungen auswirkt.

Helfersyndrom

Das Helfersyndrom ist ebenfalls bei Burnout häufig zu beobachten, es werden Versuche unternommen, um das Versagen in der Kindheit sowie fehlender Zuwendung durch eigene soziale Aktionen zu kompensieren. Der Betroffene verteilt seine Zuwendungen, die er eigentlich selbst erhalten möchte. Mit dem Helfersyndrom soll das labile Selbstwertgefühl mit Aufopferung an bemerkenswerte Aufgaben und die daraus resultierende Dankbarkeit der anderen stabilisiert werden.

Krankhafter Ehrgeiz

Der krankhafte Ehrgeiz ist gleichermaßen eine Eigenschaft von Burnout, dabei beruht das Selbstwertgefühl zum großen Teil nur auf den erbrachten Leistungen im Beruf. Es ist schon eine krankhafte Sucht nach beruflichen Erfolgen. Diese Sucht entsteht oft im Elternhaus, wenn die Liebe und Zuwendung nur von den Erfolgen der Kinder abhängig gemacht wird.

Persönliche Defizite

Begünstigt wird Burnout auch durch die besonderen persönlichen Defizite, die bereits mit einer schlechten Ausbildung beginnen. Dadurch werden Niederlagen provoziert und genauso das Unvermögen, anderen Menschen die Grenzen zu setzen.

Des Weiteren sind, ADHS-Betroffene oder Menschen mit anderen unerkannten Behinderungen, wie Schlafstörungen, einem erhöhten Risiko, an Burnout zu erkranken, ausgesetzt.

Soziale und organisationspsychologische Ursachen

Auslöser für Burnout können der Einstieg in das Berufsleben, ein Arbeitsplatzwechsel oder ein neuer Vorgesetzter sein. Sehr förderlich ist auch eine extreme Arbeitsbelastung, die oftmals im Kundenverkehr gegeben ist. Dabei können sich die Klientel nicht ausgesucht werden, schwierige Kunden sind kaum zufrieden zu stellen. Mit einer sinnlosen Verwaltungsarbeit kann Burnout ebenso gefördert werden und hat sich im Arbeitsalltag erst einmal die Routine eingeschlichen, die keinerlei Anforderungen mehr stellt, so erhöht sich das Burnout-Risiko. Ein zu einseitiger, unpersönlicher und sachlicher Kontakt zu den Kunden und mangelnde Möglichkeiten, selbst Entscheidungen zu treffen, kann die Erkrankung hervorrufen.

Die Ziele und Erfolgsmerkmale der Arbeit müssen klar definiert sein und das Team muss an einem Strang ziehen, ansonsten steigt die Gefahr an Burnout zu erkranken. Bei entgegengebrachter Gleichgültigkeit, fehlender Unterstützung und einem schlechten Kontakt zum nächsten Vorgesetzten kann die Krankheit auftreten. Ebenso wichtig sind auch die Rückmeldung, Anerkennung und Lob des Vorgesetzten. Bei einem schlechten Arbeitsklima und zu starken Kontrollen steigt die Burnout-Gefahr.

Stress

Schlechte Arbeitsbedingungen erhöhen den Stress, der sich wiederum auf das Gemüt niederschlägt. Schwere körperliche Arbeiten, die einseitig ausgeführt werden, ein ständiger krasser Wechsel der Raumtemperaturen ohne dementsprechende Kleidung, gesundheitsschädliche Beschallung, tägliches Wechseln der Arbeitszeiten und häufige Nachtschichten begünstigen Burnout.

Vermehrte Überstunden, die mit Druck erzwungen werden und schlechte Arbeitsbedingungen überfordern den Menschen und der Stress wird immer größer. Werden hierbei nicht ausreichende Erholungsphasen gewährt, so bricht eines Tages der komplette Organismus zusammen.

 

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