Hyperlipoproteinämie (HLP) / Hyperlipidämie: Gestörter Fettstoffwechsel mit Folgen 

yperlipoproteinämie (HLP) oder Hyperlipidämie bezeichnet einen gestörten Fettstoffwechsel mit erhöhten Blutfettwerten. Die Konzentration von Cholesterin und Triglyceriden (Neutralfette) ist deutlich höher als bei gesunden Menschen.

Unterschieden wird zwischen einer primären und sekundären Hyperlipoproteinämie. Bei der primären HLP liegt in der Regel eine genetische Veranlagung vor. Die sekundäre HLP hingegen ist die Folge einer bereits vorhandenen Grunderkrankung.

Betroffene mit einer primären HLP werden nach Fredrickson klassifiziert. An Hand der Werte für Cholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin sowie Triglyceride gibt es fünf verschiedene Typen der Erkrankung.

HLP Typ 1 (Hypertriglyceridämie) ist vererbbar und kommt nur selten vor. Das Enzym Lipoptroteinlipase (bzw. sein Aktivatorprotein) fehlt und in Folge dessen sind die Chylomikronen und Triglyceride im Blut deutlich erhöht. Die Ernährungstherapie sieht eine Fettrestriktion, eine Erhöhung der Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Sojaproteine an Stelle von tierischen Eiweißen und Ballaststoffe vor. Auch das Körpergewicht sollte reduziert werden.

Die weitaus häufigere Form ist HLP Typ 2 (Hypercholesterinämie). Aufgrund eines defekten LDL-Rezeptors ist der Cholesterinspiegel deutlich erhöht. Hier wird nochmals zwischen Typ 2a und 2b unterschieden. Ersterer ist die häufigste angeborene Stoffwechselerkrankung, aber sie kann auch Folge einer Erkrankung wie Diabetes mellitus, Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) oder Lebererkrankungen sein. Ziel der Therapie ist es, den Cholesterinwert wieder zu senken. Neben einer Gewichtssenkung wird hier auf die Fettzufuhr geachtet. So darf nur maximal ein Viertel der aufgenommen Nahrung aus Fett bestehen, die Aufnahme von Cholesterin wird gleichzeitig gesenkt. Die Ballaststoffzufuhr sollte täglich 35 Gramm betragen.
HLP Typ 2b bezeichnet eine Fettwechselstörung mit normalen bis erhöhten Cholesterin- und Triglyceridwerten. Die Therapie richtet sich nach dem individuellen Hyperlipidmuster und beinhaltet vor allem eine Lipid senkende Kost. (siehe hierzu: Cholesterinarme Ernährung: Langfristig gesünder leben)

HLP Typ 3 (Remnant Hyperlipidämie, Broad-beta-Disease) ist eine sehr seltene Form, bei der ein bestimmtes Protein eine Abnormität aufweist. Wie bei Typ 2 sind die Cholesterin- und Triglyceridwerte und damit auch das Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken, deutlich erhöht.

HLP Typ 4 (Hypertriglyceridämie) weist ein besonders hohes Arterioskleroserisiko auf. Da das Enzym Lipoproteinlipase kaum oder gar nicht vorhanden ist, wird Triglycerid nur unzureichend abgebaut. Neben einer familiären Veranlagung kann dieser Typ auch die Folge anderer Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Pankreatitis, chronischem Nierenversagen, starkem Übergewicht oder Glycogenspeicherkrankheiten sein.
Die Ernährungstherapie setzt ihr Hauptaugenmerk auf den Triglyceridserumwert. Ziel der Behandlung ist es, ihn auf unter 200 mg/dl zu senken. Die Kost muss deshalb fettarm und ballaststoffreich sein. Verboten sind Zucker und Alkohol. Weiterhin werden Omega-3-Fettsäuren (in Form von Fischölen) empfohlen. Beinahe dieselben Symptome weist auch HLP Typ 5 (Kombinierte Hyperlipidämie, endogen-exogene-Hypertriglyceridämie) auf, allerdings besteht hier kein erhöhtes Arterioskleroserisiko.

Sekundäre Hyperlipoptroteinämie

Die Hyperlipoproteinämie kann die Folge von verschiedenen Grunderkrankungen sowie eines ungesunden Lebensstils sein. Zu letzterem gehören Alkoholismus sowie eine Über- und Fehlernährung. Als Grunderkrankung kommen Pankreatitis, Lebererkrankungen, Diabetes mellitus, Hyperthyreose, das nephrotische Syndrom, Cholestase (Behinderung in den Gallenwegen zum Beispiel durch Steine oder Tumore), Akromegalie (ausgeprägte Vergrößerung der Körperendglieder), Hyperurikämie und Hyperkalzämie. Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung - oftmals bestehen gute Heilungschancen.

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