Osteoporose: Wenn der Knochen krank ist 

Etwa sieben Millionen Deutsche leiden unter Osteoporose (Knochenschwund). Frauen sind vier bis fünf Mal häufiger betroffen als Männer. Bei jeder zweiten bis dritten Frau nach den Wechseljahren kommt es zu einem Bruch, der auf Osteoporose zurückzuführen ist.

Der Knochenschwund wird durch die fehlende Östrogenproduktion nach den Wechseljahren ausgelöst. Dieser Mangel führt zu einem Ungleichgewicht der Knochen auf- und abbauenden Zellen, so dass die Dichte des Knochens letztlich abnimmt. Aber auch der Kalziumstoffwechsel spielt wahrscheinlich eine Rolle. Unter dieser Form der Osteoporose leiden die meisten betroffenen. In wenigen Fällen (etwa 5 Prozent der Patienten) kommt es krankheitsbedingt zu einer sogenannten sekundären Osteoporose. Ursachen hierfür sind Störungen des Kalzium- und Kortisonstoffwechsels, Diabetes mellitus, Laktoseintoleranz, Rheuma, eine Schilddrüsenüberfunktion oder ein Geschlechtshormonmangel beim Mann.

Symptome

Heimtückisch an dieser Krankheit ist es, dass zunächst keine bemerkbaren Symptome auftreten. Erst wenn die Knochendichte deutlich verringert ist, kommt es vermehrt zu Spontanfrakturen (Knochenbrüche ohne erkennbare Ursache). Brüche von Wirbel- und Röhrenknochen sind besonders schmerzhaft und verursachen auch nach der Abheilung starke Probleme. Unter Umständen ist es dem Betroffenen zum Beispiel nach einem Bruch des Oberschenkelhalses nicht mehr möglich, das Bein zu belasten.
Langfristig kann es zu einem Größenverlust, der Ausbildung eines Rundrückens sowie einer deutlichen Krümmung der Lendenwirbelsäule kommen.

Ursachen

Obwohl die Ursachen der primären Osteoporose nicht vollständig bekannt sind, gibt es zahlreiche Faktoren, die das Risiko einer Erkrankung erhöhen. Hat eine Frau weniger als 30 Jahre Regelblutungen gehabt oder wurden ihr die Eierstöcke entfernt, gehört sie bereits zur Risikogruppe. Auch das Vorkommen von Osteoporose in der Familie und das fortgeschrittene Alter begünstigen diese Krankheit. Wer mehrere Brüche (zum Beispiel durch einen Unfall oder mehrere Stürze) hat oder dauerhaft Medikamente gegen Epilepsie (bzw. kortisonhaltige Mittel) einnehmen muss, neigt unter Umständen ebenfalls zu Osteoporose. Auch ein ungesunder Lebensstil (Rauchen, Bewegungsmangel, übermäßiger Alkoholgenuss, ständiges Untergewicht, Mangelernährung) kann Ursache sein.

Diagnose

Nach einer gründlichen Anamnese und Bestimmung der Risikofaktoren, wird bei einem begründeten Verdacht auf Osteoporose eine Messung der Knochendichte (Osteodensitometrie) vorgenommen. Die Dual-X-Ray-Absorptiometrie (DXA) misst die Dichte der Knochenmineralien, dauert nur wenige Minuten und ist absolut schmerzfrei für den Patienten.
Auch ein Röntgenbild kann Aufschluss bringen. Allerdings lohnt sich dieses Verfahren erst in einem fortgeschrittenen Stadium (Abnahme der Knochendichte um mindestens 30 Prozent), da minimale Veränderungen der Knochenstruktur vorher nicht darstellbar sind.

Therapie

Ziel der Therapie ist neben der Erhöhung der Knochenstabilität die Schmerzreduzierung. So werden Knochen aufbauende Medikamente sowie Schmerzmittel verordnet. Ergänzt wird diese Therapie oftmals durch physikalische Behandlungen (zum Beispiel Kälteanwendungen). Weiterhin sollte die Ernährung des Patienten möglichst reich an Kalzium sein. Da Vitamin D eine wichtige Rolle spielt (es reguliert den Kalziumgehalt im Blut und beim Knochenaufbau), sind tägliche Spaziergänge an der frischen Luft (Sonnenlicht) empfehlenswert. Eine Aufnahme über die Nahrung ist nur in kleinsten Mengen möglich.
Insgesamt sollte die Bewegung gesteigert werden, damit die Anzahl der Stürze vor allem bei älteren Patienten gesenkt wird.

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