Pankreatitis: Ursachen, Symptome, Therapie

Bei einer akuten Pankreatitis handelt es sich um eine primär nicht-infektiöse Entzündung der Bauchspeicheldrüse. In Deutschland gibt es mehr als 8.000 Fälle jährlich, in anderen westeuropäischen Ländern ist diese Zahl oftmals sogar noch viel höher.

Pankreatitis: Ursachen, Symptome, Therapie

© Adam Gregor / Fotolia

Pankreatitis Ursachen

In knapp 70 Prozent der Fälle wird die Entzündung durch einen biliären Aufstau in Folge unbemerkt gebliebener Gallenwegserkrankungen verursacht. Aber auch Alkoholmissbrauch spielt eine immer stärker werdende Rolle, vor allem bei Männern zwischen 30 und 50 Jahren steht er als Ursache an erster Stelle. In seltenen Fällen können auch Medikamente, Virusinfektionen (Mumps, Aids), Pankreasanomalien und Stoffwechselstörungen zu einer Pankreatitis führen.

Pankreatitis Symptome

Eine akute Pankreatitis beginnt in der Regel mit plötzlich auftretenden starken Schmerzen im Ober- und Mittelbauchbereich. Hinzu kommen meistens Übelkeit und Erbrechen, Fieber, niedriger Blutdruck und gelegentlich Schockzeichen. Patienten berichten außerdem darüber, dass die Schmerzen gürtelförmig bis in den Rücken ausstrahlen. Weiterhin ist meistens bereits die Darmtätigkeit eingeschränkt, im schlimmsten Fall droht ein Darmverschluss (Ileus).
Bei einer chronischen Pankreatitis ist die Bauchspeicheldrüse in der Regel schon dauerhaft geschädigt. Dies verursacht stets wiederkehrende Schmerzen in der Tiefe des Oberbauchs, die ebenfalls gürtelförmig bis in den Rücken ausstrahlen können. Außerdem hat der Betroffene Fettstühle, Blähungen und Durchfall. Auch eine Gewichtsabnahme, eine eingeschränkte Insulinproduktion sowie eine wiederholte Gelbsucht sind möglich.

Pankreatitis Diagnostik

Zunächst weisen die starken Bauchschmerzen und erhöhte Blutwerte (u.a. Anstieg der Pankreaslipase, Erhöhung der Cholestase-Parameter bei biliärer Genese) auf eine akute Pankreatitis hin. Eine Untersuchung per Ultraschall zeigt den Zustand des Organs. Vor allem Schwellungen, Verkalkungen und krankhafte Flüssigkeitsansammlungen können so erkannt werden. Eventuelle Gallensteine in der Gallenblase oder im Gallengang kann ein Arzt endoskopisch erkennen.

Pankreatitis Therapie

Ein klinischer Aufenthalt ist bei einer akuten Pankreatitis unabdingbar. Allerdings kann sie in der Regel unter intensivmedizinischen Bedingungen konservativ behandelt werden. Die Patienten dürfen vorübergehend keine Nahrung zu sich nehmen, um die Produktion von Verdauungssäften zu reduzieren. Stattdessen erhalten Sie Flüssigkeit, Elektrolyte und Nährstoffe über eine Infusion. Anschließend wird mit Schonkost begonnen. Gleichzeitig muss der Betroffene Pankreasenzyme (Enzyme der Bauchspeicheldrüse) in Tablettenform zu sich nehmen. Falls Gallensteine vorhanden sind, werden diese entfernt. Pseudozysten werden „entleert". Ist dies nicht möglich oder der Gallenweg bzw. der Pankreasgang verengt, wird ein chirurgischer Eingriff vorgenommen. Lediglich in schweren Fällen müssen Teile der Bauchspeicheldrüse operativ entfernt werden. Schmerzmittel werden vor allem zu Beginn der Behandlung zur Schmerzbekämpfung eingesetzt.
Je nach Ausmaß der Erkrankung kann es zu schwerwiegenden Komplikationen wie bakterielle Infektionen, Abszessbildung, interstinale Blutungen, akutem Nieren- oder Lungenversagen kommen. Der Verlauf der Pankreatitis ist in der Regel nicht vorhersehbar, eine intensivmedizinische Überwachung ist allerdings stets notwendig.

 

Artikelinformationen