Tückische Erkrankung der Lymphknoten Pfeiffer-Drüsenfieber

Unter dem Pfeiffer-Drüsenfieber versteht man eine Infektion, die im bekannten Regelfall vor allem das Gewebe der Lymphdrüsen befällt. Ausgelöst wird die Erkrankung – die nach ihrem Entdecker, dem Kinderarzt Emil Pfeiffer benannt wurde – durch das Epstein-Barr-Virus. Umgangssprachlich wird die Infektion aber auch als Kusskrankheit, Studentenfieber oder infektiöse Mononukleose bezeichnet.

Den Titel „Kusskrankheit“ hat sich das Pfeiffer-Drüsenfieber übrigens dadurch verschafft, dass sich der Erreger in den häufigsten Fällen durch Speichel überträgt. Da die Erstinfektion aber nur sehr selten nach dem Kindesalter vonstattengeht und der Ausbruch in dieser Zeit nur sehr schwach und kaum merklich erfolgt, trägt eine Großzahl der Erwachsenen den Erreger bereits in sich und hat sich dagegen immunisiert.

Kusskrankheit, Studentenfieber oder Pfeiffer-Drüsenfieber – viele Namen, ein Virus

Erfolgt eine Ansteckung im höheren Alter, kann es für die Betroffenen jedoch durchaus kritisch werden. Das Epstein-Barr-Virus zählt zur Familie der Herpesviren, befällt aber ausschließlich die Zellen der Lymphdrüsen. Dort vermehrt sich das Virus und verändert nach und nach die Beschaffenheit der B-Lymphozyten, die schließlich in den ganzen Körper gelangen. Es folgen Schwellungen und Wucherungen in verschiedensten Organen, wie der Milz, den Lymphknoten und auch der Leber.

Unter Umständen lässt sich die Erkrankung also sogar bereits während der durchschnittlichen Inkubationszeit ertasten. Nach dieser, die etwa 10 bis 21 Tage beträgt, folgen meistens die ersten starken Fieberausbrüche und Beschwerden. Beispielsweise klagen Patienten oftmals über Kopf- und Gliederschmerzen, Leibschmerzen oder schmerzhaften Schwellungen der Lymphknoten. Die Symptome können je nach Stärke der Infektion, aber auch nach übergreifendem Gesundheitszustand des Betroffenen und nach dessen Alter, variieren.

Pfeiffer-Drüsenfieber: Ausbruch, Symptome, Eigenarten und Behandlung

Um drastische gesundheitliche Folgen zu vermeiden, sollte die Krankheit so schnell wie möglich behandelt werden. Das ist vor allem bei älteren Patienten, bereits erkrankten Menschen oder aber auch bei Personen der Fall, die sich nicht in der besten körperlichen Verfassung befinden. Denn Pfeiffer-Drüsenfieber kann verschiedenste andere Krankheiten auslösen: etwa Gelbsucht, eine Entzündung der Mandeln oder sogar einen vorübergehenden Befall der Augen. Deshalb ist es empfehlenswert, schon bei einer spürbaren Veränderung der Lymphdrüsen sofort einen Arzt aufzusuchen.

Eine tatsächlich in jedem Einzelfall wirkungsvolle Behandlung gibt es nicht, da es keine Medikamente gibt, die speziell gegen das Virus vorgehen können. Man kann das Immunsystem aber mit viele Ruhe, sowie mit verschiedenen Mitteln und Therapien sehr gezielt dabei unterstützen, das Virus zu bekämpfen und die veränderten B-Lymphozyten zu beseitigen. Übergreifend lässt sich sagen, dass sich jüngere und gesundheitlich sehr stabile Menschen dabei leichter tun, als ältere Personen oder bereits vorerkrankte.

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