Reizdarmsyndrom: Harmlos, aber lästig 

Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen - die Diagnose Reizdarm bezeichnet verschiedene Symptome, die weder organischen noch biochemischen Ursprungs sind. Dauern die Beschwerden länger als drei Wochen (bei Kindern zwei Wochen) an, spricht man von einem Reizdarmsyndrom.

Etwa zwölf Millionen Erwachsene in Deutschland leiden derzeit darunter, rund 80 Prozent aller Kinder haben in ihrer Kindheit Probleme mit einem Reizdarm.

Ursachen

Die Ursachen konnten bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Allerdings gehen Mediziner davon aus, dass die Muskeln im Darm der Betroffenen empfindlicher auf Reizmittel und Auslöser reagieren als bei gesunden Menschen. Auch psychische Faktoren wie zum Beispiel Angst, Stress und Kummer können eine Rolle spielen.
Ob ein ungesunder Lebensstil mit regelmäßigem Alkohol- und Nikotingenuss das Reizdarmsyndrom verstärkt, ist bisher noch nicht sicher. Offensichtlich scheinen die Betroffenen sehr individuell zu reagieren. So können manche Betroffene beispielsweise problemlos Salat essen, während andere mit Durchfall, Bauchschmerzen oder Verstopfung darauf reagieren.

Symptome

Das Krankheitsbild bei einem Reizdarmsyndrom ist sehr ausgeprägt und weist die verschiedensten Symptome auf. Typisch dafür sind unbestimmte Bauchschmerzen, ein allgemeines Krankheitsgefühl und Stuhlunregelmäßigkeiten (Durchfall, Blähungen, Völlegefühl). Einige Betroffene leiden außerdem unter einem Blähbauch, Schleim im Stuhlgang oder unter einer unvollständigen Stuhlentleerung. Häufig geht der Stuhlgang auch mit Schmerzen einher, die dann nach der Entleerung wieder nachlassen.
Oftmals wird festgestellt, dass Erwachsene bereits als Babys Probleme hatten. Häufig haben sie aufgrund von Regulationsproblemen viel geschrien und auch im Kindergarten- und Schulalter einen empfindlichen Darm behalten.

Kommen Blut im Stuhl, Gewichtsverlust oder Probleme auch während der Nacht hinzu bzw. verschlechtert sich das Krankheitsbild deutlich, muss nach anderen Ursachen geforscht werden. Eventuell liegen dann eine Laktose- oder Fruktoseunverträglichkeit, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (wie Morbus Chrohn oder Colitis ulcerose), Erkrankungen der Leber (zum Beispiel Gallensteine) oder eine Magenschleimhautentzündung vor. Symptome dieser Art sollten stets von einem Facharzt abgeklärt werden.

Therapie

Die Diagnose Reizdarm ist harmlos, die Behandlung richtet sich nach den Symptomen. In der Regel sind diese nicht allzu schwerwiegend und können durch eine Ernährungsumstellung leicht reduziert werden. In erster Linie sollte man auf blähende Gemüsesorten (Bohnen, Kohl, Zwiebeln, Knoblauch, etc.) verzichten. Scharfe Lebensmittel, kohlensäurehaltige Getränke sowie Kaffee können den Darm reizen und sollten ebenfalls gemieden werden. Wichtig hingegen ist eine ausgewogene Ernährung. Sie beeinflusst die Darmgesundheit positiv. Auch probiotische Lebensmittel können Abhilfe schaffen, da sie Einfluss auf die Darmflora nehmen.
Weiterhin wichtig sind außerdem eine regelmäßige Stuhlentleerung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Regelmäßige Bewegung unterstützt die Darmperistaltik und wirkt sich außerdem positiv auf die Psyche aus.
Sind die Lebensumstände des Betroffenen besonders schwierig, empfiehlt sich eine begleitende Psychotherapie.
Helfen die Maßnahmen nicht, kann der Arzt auch Medikamente gegen Bauchschmerzen und Durchfall verschreiben.

Prognose

Ein vollständiges Verschwinden der Symptome im Erwachsenenalter ist durchaus möglich. Oftmals werden die Abstände zwischen dem Auftreten der Symptome größer. Ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Darmkrebs gibt es nicht, die Diagnose Reizdarmsyndrom gilt als harmlos.

 

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