Symptome bei Burnout

Ganz charakteristisch sind für Burnout die emotionale und körperliche Kraftlosigkeit. Diese spiegeln sich in der Antriebsschwäche und in der Leistungsfähigkeit physisch sowie psychisch wider. Ebenfalls ist der Betroffene nicht mehr in der Lage, sich zu erholen. Gegenüber der eigenen Arbeit, den Klienten und Kollegen wird eine zynische und abweisende Stimmung an den Tag gelegt. Burnout ist nicht nur für den Betroffenen ein Problem, sondern genauso für sein Umfeld.

Symptome bei Burnout

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Die Burnout Symptome am Anfang

Am Anfang ist eine erhöhte Einsatzbereitschaft für bestimmte Ziele festzustellen, es wird fast ohne Pausen zur Erholung und Entspannung gearbeitet. Betroffene von Burnout fühlen sich perfekt und unentbehrlich, damit sie das auch den anderen mitteilen können, entwerten sie sozusagen andere Mitglieder des Teams und machen sich somit sehr unbeliebt.

Zum größten Lebensinhalt wird der Beruf und alle anderen Interessen geraten in den Hintergrund. Sie sind hyperaktiv und beachten die eigenen Bedürfnisse nicht mehr, Misserfolge werden einfach verdrängt. Die sozialen Kontakte werden auf ein Minimum reduziert, sie konzentrieren sich nur noch auf ein Gebiet, wie zum Beispiel auf Kunden.

Die Partnerschaft wird vernachlässigt und es treten chronische Erschöpfung oder Müdigkeit auf. Auf der Suche nach Trost und Ablenkung beginnt oftmals in dieser Phase der Griff zu Suchtmitteln. Mittlerweile treten Schwächen in der Konzentration, Schlafstörungen und Angstzustände auf.

Reduktion des Engagements
Nach der Anfangsphase ist ein reduziertes Engagement zu beobachten, die Konzentration auf ein bestimmtes Gebiet wandelt sich in das ganze Gegenteil, der Rückzug wird angetreten. Dabei ist zu beobachten, dass der Betroffene seine positiven Empfindungen gegenüber den Kunden verliert. Die Kontakte werden soweit wie möglich gemieden und eine gewisse Distanz eingelegt.

Gegenüber anderen Menschen wird ein aggressives Verhalten gezeigt, die Schuldzuweisungen werden von einem selbst abgewehrt. Das Verhalten sich selbst gegenüber ist dagegen sehr depressiv. Es werden verstärkt Medikamente, Alkohol, Strafen und Kontrollmittel akzeptiert.

Die Einstellung zur Arbeit ist als äußerst negativ zu bezeichnen und selbige wird auch vernachlässigt. An das Umfeld werden immer höhere Ansprüche gestellt und häufig kommen Gedanken auf, wie dass nicht genügend anerkannt und nur von allen anderen ausgenutzt wird.

Die emotionale Reaktion bei der Aufarbeitung sind Schuldzuweisungen, die jedoch nicht die wirklichen Ursachen aufdecken. Dabei kann es zu Aggressionen gegen andere oder sich selbst kommen. In dieser Phase sind die Betroffenen hilflos und es entstehen Schuldgefühle, die das Selbstwertgefühl mindern. Bei Burnout kann es zu einer wahren Kettenreaktion kommen, die sich bei jedem Betroffenen anders äußern kann.

Ihre Mitmenschen werden mit Vorwürfen überschüttet, dabei ist es ganz egal, um was es sich handelt. Ebenso werden wohlwollende Veränderungen abgelehnt und die Folge können Wutausbrüche sein. Werden die Probleme in dieser Phase ernst genommen, können sie noch mit Erfolg gelöst werden.

Abbau des Engagements
Werden die Probleme nicht gelöst und bestehen bereits seit längerem, wird das Engagement abgebaut. Die Symptome äußern sich mit einer Desorganisation und Unsicherheit, ebenso treten Probleme bei Entscheidungen und komplexen Aufgaben auf. Es wird nur noch mit einer verminderten Kreativität und Motivation gearbeitet, es beginnt die Phase nach dem bekannten Motto: Dienst nach Vorschrift.

Aber auch im privaten Umfeld treten Gefühle, wie Desinteresse, Einsamkeit und Gleichgültigkeit auf. Nur noch die eigene Person ist wichtig, soziale Kontakte werden möglichst vermieden. Wenn schon nach Kontakten gesucht wird, dann müssen diese äußerst interessant sein. Ebenso wird sich an eine bestimmte Person übertrieben gebunden.

Die Verzweiflung
Die Verzweiflung ist sozusagen das Endstadium von Burnout. In dieser Phase durchlebt der Betroffene die existenzielle Hilflosigkeit. Die Lebenseinstellung ist zum größten Teil negativ, die Verzweiflung, Hilflosigkeit und Niedergeschlagenheit nimmt immer stärker zu und es kann eine ausgewachsene Depression entstehen. Zum Schluss ist nur noch die totale Sinnlosigkeit im Leben zu sehen, die nur noch einen Ausweg offen lässt: Suizid! Auch ein selbstverletzendes Verhalten kann anstelle von Suizid als Lösung angesehen werden.

Gefährdete Personengruppen

Besonders sind die heilenden Berufsgruppen gefährdet, dazu zählen Erzieher, Lehrer, Sozialarbeiter, Rettungsdienstpersonal, Pflegeberufe und Ärzte. Diese genannten Berufsgruppen werden täglich mit sehr hohen Arbeitsbelastungen konfrontiert. Sie müssen jeden Tag eine äußerst hohe Einsatzbereitschaft mitbringen, da viel von ihnen gefordert wird. Besonders in den Pflegeberufen sind Überstunden keine Seltenheit, jedoch können die notwendigen Erholungsphasen nicht immer in ausreichendem Maß gewährt werden.

Gesellschaftliche Schichten
Burnout kann durch gesellschaftliche Veränderungen und Zustände auftreten, so kann ein familiärer Zerfall dafür verantwortlich sein. Dadurch wachsen die Unpersönlichkeit und die Anonymität, diese bringen wiederum eine selbstbezogene und narzisstische Struktur des Charakters zum Vorschein und werden mit innerer Leere, Angst vor Abhängigkeit und Problemen bei einer tiefergehenden Bindung begleitet. Als Folge wird dadurch die Arbeit als Quelle der Befriedigung mit hohen Erwartungen gesehen. Daraus resultiert wieder, dass die Arbeitsbedingungen nicht mehr befriedigen und akzeptiert werden, wenn sie nicht optimal sind.

Der Glaube
Die Einstellung zur Religion spielt bei Burnout eine genauso wichtige Rolle, die jedoch durch den heutigen Wandel der Werte ganz anders gesehen wird. In früheren Zeiten hatte die Religion noch einen höheren Stellenwert bei den Menschen, dabei wurde das Leben als göttliche Fügung dargestellt. Heute dagegen haben individuelle menschliche Entscheidungen eine höhere Stellung, als die höheren Mächte der Kirche. Somit entsteht vermehrt Unzufriedenheit, welche für Burnout förderlich ist.

Arbeitslosigkeit nach Burnout

Die heutige Arbeitsmarktlage beeinflusst das Denken und die Handlungsweise von vielen Menschen. Eine drohende oder bereits ausgesprochene Kündigung hat meistens nur noch die Arbeitslosigkeit zur Folge. Aber auch die Ungewissheit des beruflichen Lebens beeinträchtigt die Menschen, es werden lieber schlechte Arbeitsbedingungen hingenommen, die wieder zur Unzufriedenheit führen und damit das „Ausbrennen" fördern.

Durch den instabilen Arbeitsmarkt, kann keine sichere Lebensplanung vorgenommen werden, man ist einfach nur noch verunsichert. Es werden immer mehr Maschinen eingesetzt und Spezialisten ausgebildet, man wird einfach in einen Bereich festgelegt und kann nur noch kleine Bereiche des Lebens selbst bestimmen. Überforderung und Unzufriedenheit breiten sich aus, schlussendlich ist es nicht mehr weit bis zu Burnout.

Spezialisierung
Innerhalb der helfenden Berufe werden immer mehr Spezialisierungen vorgenommen. Die Gesellschaft stellt immer höhere Erwartungen, es wird dabei ein bürokratisches Kontrollsystem empfunden. Die Kriterien des Erfolgs werden immer höher angesiedelt und die Arbeit wird dadurch nur unnötig erschwert.

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