Tückisches Wetter: Wie Frauen eine Erkältung im Winter vermeiden

Überdurchschnittlich hohe Temperaturen im Winter sind ein großes Problem für viele Menschen. Zu groß ist die Versuchung, das eine oder andere Kleidungsstück abzulegen. Lange dauert es nicht, bis man sich erkältet.

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Drei- bis viermal erkrankt der durchschnittliche Erwachsene in einem Jahr. Die Schuld schiebt man meist der neuen Grippewelle zu. Doch in vielen Fällen sorgt ein falsches menschliches Verhalten für die ungewollte Erkrankung. Insbesondere im Herbst und Winter ist die Anzahl der Erkältungen hoch. Lauwarmes Wetter begünstigt dieses Problem.

5 Mythen rund um Grippe und Co.

  1. Kälte begünstigt Erkältungen: Die dunkle, kalte Jahreszeit soll sich nicht nur auf unser Gemüt auswirken, sondern auch dem Immunsystem Schwierigkeiten bereiten. Kein Wunder, dass man im Winter das Gefühl hat, anfälliger für Erkältungen zu sein. Laut Dr. med. Bernhard Hoff M.P.H. ist Kälte jedoch nicht für eine Erkältung verantwortlich. Kalte Füße hingegen können eine schlechte Durchblutung der Schleimhäute begünstigen. Frauen sollten deshalb ihre Füße im Winter stets warmhalten. Dazu gibt es auf www.moderne-hausfrau.de Socken in verschiedensten Formen sowie Thermo-Strumpfhosen, die nicht nur die Füße, sondern auch die Beine wärmen.
  2. Schnäuzen ist ungesund: Wer erkältet, dem läuft automatisch die Nase. Einige Menschen ziehen den Schlurf permanent hoch, anstatt ihn zu schnäuzen. Angeblich soll das gesünder sein. Doch das Gegenteil ist der Fall: Durch das Schnäuzen wird infektiöses Sekret entfernt.
  3. Warmer Schal gegen Halsschmerzen: Halsschmerzen ist eines von vielen Symptomen, über das sich erkältete Frauen beklagen. Schnell wird ein warmer Schal um den Hals gewickelt, er soll schließlich die Schmerzen lindern. Auch wenn das Wohlbefinden steigt, hilft der Schal nicht gegen die Halsentzündung - zumindest nicht ohne Medikamente.
  4. Mit Flüssigkeit Erkältung bekämpfen: Trinken, trinken, trinken - so soll man die Erkältung praktisch wegspülen können. In Realität kann man die Viren und Bakterien leider nicht mit diversen Flüssigkeiten aus dem Körper entfernen.
  5. Vitamin C als Erkältungskiller: Zitrone, Vitamin-C-Pulver und Tabletten sollen eine weitere Waffe sein, die der Erkältung den gar ausmachen. Früher lag tatsächlich ein Vitamin-C-Mangel vor, der die Infektanfälligkeit des Körpers erhöhte. Das ist heute allerdings nur noch selten der Fall.

Positiv denken: Erkrankungen Optimisten seltener?

Optimismus ist nicht eine Einstellung, die sich jeder Mensch zunutze macht. Zwei Studien zeigen allerdings, dass diese Lebenseinstellung einer Erkältung vorbeugen kann. Psychologen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendor, der Roehampton University in London sowie der Techniker Krankenkasse sind überzeugt: Optimisten sind seltener gestresst und dadurch weniger anfällig für Infekte. Andere Studien haben bereits bewiesen, dass Stress das Immunsystem belastet.

80 Studenten (43 Frauen und 37 Männer) wurden zu Beginn der Studie zu ihrer Lebenseinstellung befragt. Anhand der Antwort ordneten die Psychologen die Testpersonen in die Gruppe der Pessimisten beziehungsweise Optimisten ein. Anschließend testeten die Psychologen den Infektionsstatus der 80 Studenten während und außerhalb der Prüfungsphase.

Die Optimisten empfanden ihre Prüfungsphase als weniger stressig. Nicht nur das, sie wiesen auch weniger Erkältungssymptome als ihre pessimistischen Kollegen auf.

Die Optimisten betrachten die Stressphase eher als Herausforderung, die sie engagiert angehen, was sie beflügelt und so besser vor stressbedingten gesundheitlichen Belastungen schützt. Im Gegenzug empfinden Pessimisten die Prüfungsphase als schwer zu bewältigen, sie investieren mehr Energie, um den Stress zu händeln und sind dadurch deutlich anfälliger für Infektionskrankheiten.

Claus Vögele, Psychologie-Professor an der Roehampton University

Die Ergebnisse der Studie wurden mit einer zweiten, größeren Analyse in verschiedenen Altenpflegeheimen bestätigt. Das optimistische Pflegepersonal konnte mit Stress besser umgehen und war im Schnitt zwei Tage seltener krank.

Aller Vorsorge zu trotz: Mit einer Erkältung richtig umgehen

Wenn die Vorsorge nicht geholfen hat und man dennoch erkrankt ist, dann hilft selbst die positivste Einstellung nicht. Die nachfolgende Tabelle zeigt, zu welchen häufigen Virusinfektionen es kommt:

Virus Häufigkeit in %
Rhinoviren 30 bis 50
Coronaviren 10 bis 15
Influenzaviren 5 bis 15
Metapneumoviren 5 bis 10
Respiratory Syncytical Virus (RSV) 5
Parainfluenza 5
Adeno- und Enteroviren < 5
unbekannt 15 bis 25

Wie unschwer zu erkennen sind, werden banale Virusinfektionen üblicherweise durch Rhinoviren ausgelöst. Dieser Gruppe gehören wiederum über 100 Serotypen bei, die rund 40 Prozent aller bekannten Erkältungskrankheiten hervorrufen.

Dass es überhaupt zum Schnupfen kommt, ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: Das inzwischen enge Zusammenleben erhöht unter anderem die Ansteckungsgefahr. Viren können in einem Radius von einem Meter von einem Menschen zum anderen wandern. Fehlernährung, Luftverschmutzung sowie der angesprochene Stress sind weitere Gründe.

Unabhängig davon, wie man sich erkältet hat, ist es wichtig, schnell und richtig mit der Erkrankung umzugehen. Eine neue Studie empfiehlt den Griff zu Zink. Wie auf oekotest.de zu lesen ist, sollten Verbraucher allerdings Vorsicht walten lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) war sich bereits 2008 sicher, dass Vitamin-C- und Zinktabletten eine Erkältung weder verhindern noch heilen. Drei Jahre später folgten Studien, die das Gegenteil behaupteten. Zwar wurde anhand von Beobachtungen tatsächlich bewiesen, dass die Erkältungsdauer durch die Einnahme von Zink reduziert werden könnte, jedoch ist diese Reduzierung sehr bescheiden: Nur ein Tag lag müssen Betroffene weniger mit der Erkältung kämpfen. Die Nebeneffekte sind dagegen nicht zu unterschätzen: Zinktabletten lösen häufig Übelkeit aus. Sinnvolle Lösungen zur Bekämpfung einer Erkältung gibt es hier.

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