Neue Studie weist Wirksamkeit der PTT bei Peyronie nach

Eine leichte bis mittlere Peniskrümmung ist nicht ungewöhnlich und verursacht - abgesehen von dem ästhetischen Anspruch einiger Betroffenen - keinen Leidensdruck. Anders sieht es bei einer erworbenen Peyronie oder Penisverkrümmung aus, die meist in der zweiten Lebenshälfte auftritt und sich in spontanen Schüben entwickeln kann. Physische Probleme etwa bei dem Geschlechtsverkehr ergeben sich ab einer Krümmung von etwa 30° und mehr und müssen therapeutisch behandelt werden.

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Mechanische Belastung statt Medikamenten und Chirurgie

Auf der Suche nach neuen Behandlungsmethoden mit geringen Nebenwirkungen untersuchte eine internationale Studie den Effekt des 2011 entwickelten medizinischen Produkts PeniMaster Pro auf die Entwicklung einer Peyronie während der stabilen Phase. Ein Nachteil zahlreicher bisheriger Devices für die Penile Traction Therapy (PTT) war unter anderem unerwünschte Nebeneffekte wie leichte Schmerzen, temporäre Taubheitsgefühl und unangenehmer Tragekomfort. Deshalb berücksichtigte die 2018 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift BJU International publizierte Veröffentlichung neben dem medizinischen Ergebnis auch diese Faktoren.

Ziel ist eine dauerhafte Remodellierung der Fibrose

Das Konzept der PTT basiert in weiten Teilen auf einem 2001 durchgeführten Experiment, ob sich die fibrotische Verhärtung entlang des Schaftes durch mechanische Dehnung "neutralisieren" lässt. Das Verfahren der kontrollierten und schrittweisen Überdehnung wird bereits häufig in der Chirurgie praktiziert, um etwa Material für Hauttransplantationen zu gewinnen. Eine Behandlung der Peyronie durch diese Verfahren wurde zuvor nicht berücksichtigt, da die Mehrheit der Mediziner lediglich eine medikamentöse oder chirurgische Therapie in Betracht zogen. Die permanente und langsam steigende Spannung fördert das Zellwachstum und bewirkt, dass diese in einer bestimmten Richtung geformt sind. Fibrotische Verhärtungen sind selbstverständlich schwieriger zu beeinflussen als flexibles Gewebe, weshalb die Verantwortlichen für einen dauerhaften Erfolg einen längeren Zeitraum von 12 Wochen wählten.

Regelmäßige Behandlung mit dem PeniMaster Pro reduziert Abweichung deutlich

Die Studie kommt zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die Krümmung in erigiertem Zustand mit fortschreitender Therapie stetig abnimmt. Als Erfolgsindikatoren legten die Wissenschaftler eine Eingangsuntersuchung als Baseline, regelmäßigen Kontrollen während der PTT und eine umfassende Abschlusserfassung fest. Die Anwendung des PeniMaster Pro erfolgte täglich für einen Zeitraum von mindestens drei und höchstens acht Stunden und wurde in eine Eingewöhnungsphase von fünfzehn Tagen und einer Auswertungszeit von acht Wochen differenziert. Deutliche Erfolge stellten sich bereits nach vier Wochen (inklusive Adaptionszeit) ein und wurden direkt durch die Länge der täglichen Applikation beeinflusst. Konkret beobachten die Ärzte bei intensivem Gebrauch von mehr als sechs Stunden einen Rückgang der Krümmung um über 25° von durchschnittlich 74,6° auf 59,1°, bis Therapieende sank dieser auf 36.2°. Weniger als vier Stunden resultierten in einem Rückgang um rund 20° von 68,2° auf 48,5°.

Autoren plädieren für einen breiten Einsatz

Im Vergleich zu herkömmlichen Devices erwies sich der PeniMaster Pro durch ein verändertes Design als weitgehend frei von verbreiteten Nebeneffekten wie Taubheitsgefühlen, über die Patienten in der Vergangenheit häufig klagten. Die beteiligten Ärzte und Wissenschaftler empfehlen deshalb einen Einsatz als Standardtherapie für die Behandlung der Peyronie und eine Untersuchung, ob sich Umfang und Folgen eines chirurgischen Eingriffs - wie vermutet - durch präoperative Anwendung minimieren lassen.

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