Schutzimpfungen bei Babys und Kindern 

Noch immer gibt es in Deutschland eine Kontroverse bezüglich von Schutzimpfungen bei Babys und Kindern. Zu groß ist bei einigen die Angst vor Impfschäden. Doch die Mehrheit der Eltern entscheidet sich dazu, den umfassenden Impfschutz (beginnend ab dem dritten Lebensmonat) machen zu lassen.

Derzeit werden Impfungen gegen folgende Krankheiten von der ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfohlen: Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Wundstarrkrampf (Tetanus), Kinderlähmung (Polio), Haemophilus Influenzae (Hib), Hepatitis B (HB), Masern, Mumps und Röteln.
Um die Zahl der Injektionen gering zu halten, werden Kombinationsimpfstoffe verwendet. Neben den klassischen Dreiervarianten werden heutzutage oftmals Fünf- und Sechsfachimpfstoffe gespritzt. Für besonders gefährdete Kinder empfiehlt das Robert-Koch-Institut weiterhin eine Impfung gegen Pneumokokken sowie Rotaviren.

Die Impfungen im Überblick:

Diphterie (bakterielle Infektionskrankheit):
Drei Impfungen im Säuglingsalter, eine weitere ein Jahr später. Regelmäßige Auffrischung im Erwachsenenalter (alle zehn Jahre).
Mögliche Komplikationen: Rötung oder Schwellung der Einstichstelle

Keuchhusten:
Drei Impfungen im Säuglingsalter, eine weitere ein Jahr später. Die Schutzzeit beträgt etwa fünf Jahre.

Tetanus:
Drei Impfungen im Säuglingsalter, eine weitere ein Jahr später.
Mögliche Komplikationen: Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, Anschwellen der Lymphknoten, allergische Reaktionen.
Die Schutzzeit beträgt fünf bis zehn Jahre.

Kinderlähmung (Polyomelitis):
Insgesamt drei Impfungen, die ersten beiden in einem Abstand von vier bis acht Wochen, die zweite sechs bis zwölf Monate danach. Komplikationen können Allgemeinreaktionen des Körpers und der Haut an den Einstichstellen sein. Die Schutzzeit beträgt zehn Jahre, eine Auffrischung bei Erwachsenen ist in der Regel nicht notwendig.

Haemophilus influenzae Typ b (Hib)
Zwei Impfungen im Säuglingsalter, eine weitere etwa ein Jahr später. Nach der Impfung kann es zu Rötungen und Schwellung an der Einstichstelle, Fieber und Hautausschlägen kommen. Ab einem Alter von fünf Jahren ist kein Schutz mehr nötig.

Hepatitis B (infektiöse Leberentzündung)
Zwei Impfungen im Säuglingsalter, eine weitere etwa ein Jahr später. Die Schutzzeit besteht ein Leben lang.

Masern:
Geimpft wird im zweiten und sechsten Lebensjahr (in der Regel zusammen mit der Mumps- und Röteln-Impfung). Mögliche Komplikationen sind Hautausschläge, Fieber und in seltenen Fällen eine Gehirnhautentzündung.

Mumps:
Geimpft wird im zweiten und sechsten Lebensjahr (in der Regel zusammen mit der Masern- und Röteln-Impfung). Meistens gibt es keine Komplikationen bei der Impfung.

Röteln:
Die Impfung erfolgt im zweiten und sechsten Lebensjahr (als Kombinations-Impfung gegen Masern und Mumps).Bei Frauen kann es eventuell nach der Impfung zu Fieber, leichten Hautausschlägen oder zu ähnlichen Symptomen wie bei Rheuma kommen.
Wichtig für Frauen mit Kinderwunsch: Erkrankt man als Schwangere an den ansonsten harmlosen Röteln, kann es zu Missbildungen beim ungeborenen Baby kommen. Der Impfschutz sollte deshalb vorher unbedingt überprüft werden.

Pertussis (Keuchhusten):
Die Grundimmunisierung (drei Impfungen) findet im Säuglingsalter, eine Auffrischung findet im Alter von fünf bis sechs Jahren, eine weitere zwischen dem neunten und 17. Lebensjahr statt. In der Regel wird dieser Impfstoff als Kombinationsimpfstoff verwendet. Der Schutz besteht etwa 15 bis 20 Jahre lang.


Viele Kinderärzte empfehlen darüber hinaus eine neue Impfung gegen Rotaviren (Brechdurchfall). Bereits ab der sechsten Lebenswoche ist diese Schluckimpfung möglich. Um den Impfschutz komplett aufzubauen, sind je nach Impfstoff zwei oder drei Impfdosen in einem Abstand von vier Wochen erforderlich. In einer klinischen Studie mit mehreren zehntausend Kindern hat sich der Impfstoff als gut verträglich erwiesen. Mögliche Nebenwirkungen sind aber dennoch Durchfall, Erbrechen, Appetitverlust und Reizbarkeit.

 

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