Wenn Kopfschmerztabletten zur Sucht werden

Die meisten Medikamente gegen Kopfschmerzen sind in Apotheken frei verkäuflich, doch das bedeutet nicht, dass die enthaltenen Wirkstoffe frei von Nebenwirkungen sind.

Die am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe sind Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Paracetamol sowie Phenazon.

Ibuprofen wirkt nicht nur analgetisch, also schmerzstillend, sondern auch entzündungshemmend und fiebersenkend. Acetylsalicylsäure, kurz als ASS bezeichnet, hat die gleichen Wirkungen, zusätzlich wird sie als Blutgerinnungshemmer eingesetzt. Paracetamol hat schmerzstillende und fiebersenkende Eigenschaften. Phenazon wirkt wie Ibuprofen und außerdem noch krampflösend. Enthält ein Analgetikum nur einen dieser Wirkstoffe wird es als Monopräparat bezeichnet, werden mehrere Wirkstoffe oder ein Wirkstoff mit Koffein kombiniert, spricht man von Kombipräparaten. Im Allgemeinen gelten Monopräparate als besser verträglich. Sowohl Mono- als auch Kombipräparate sind in Form von Tabletten, Kapseln, Kautabletten, Brausetabletten, Brausegranulat oder Dragees im Handel.

Werden Kopfschmerztabletten in zu hohem Maße konsumiert, können sie selbst Kopfschmerzen auslösen. Dieser Medikamentenkopfschmerz entwickelt sich schnell zu einem Dauerzustand und verursacht häufig einen Teufelskreis. Um den Schmerz zu bekämpfen, werden mehr Medikamente genommen, die wiederum den medikamentenbedingten Kopfschmerz verstärken. Der Schritt vom Missbrauch über die Abhängigkeit zur Sucht ist dann nicht mehr groß. In diesem Fall hilft nur ein konsequent durchgeführter Entzug. Zu den Entzugserscheinungen gehören Schwitzen, Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen, Schlafstörungen. Doch nach zwei bis sechs Wochen ist der medikamentenbedingte Dauerkopfschmerz verschwunden.

Natürlich führt die Einnahme von Kopfschmerztabletten nicht unweigerlich zur Medikamentensucht. Trotzdem lohnt es sich, bei leichten bis mittleren Kopfschmerzen zunächst auf Hausmittel zurückzugreifen. Reines Pfefferminzöl auf die Schläfen massieren oder eine kalte Kompresse im Nacken bringt in vielen Fällen Linderung. Auch eine im Kühlschrank aufbewahrte Augenmaske, die so genannte „Migränebrille“, sorgt für Erleichterung. Halten die Kopfschmerzen an, ist der Griff zur Tablette immer noch möglich. Auf alle Fälle sollten die Dosierung und die Einnahmehinweise auf dem Beipackzettel beachtet werden.

Die nur gelegentliche Einnahme von Schmerzmitteln birgt wenig Gefahren. Experten sehen die kritische Grenze bei mehr als zehn Tabletten im Monat oder an mehr als drei Tagen hintereinander. Allerdings sollte bei anhaltenden oder wiederkehrenden Kopfschmerzen ein Arzt konsultiert werden, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen.

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