Zahnwurzelentzündung: Wenn Karies den Zahnschmelz durchdringt
Betroffen sein können im Zahninneren das Zahnmark, Blut- und Lymphgefäße sowie Nerven und Bindegewebe.
Symptome
Hat Karies den Zahnschmelz durchbrochen, gelangt er bis in die Nerven der Zahnwurzel (Pulpa). Diese werden dadurch gereizt und geschädigt, so dass es zu einer Entzündung kommt. Zunächst äußert sich diese durch eine steigende Empfindlichkeit gegen Süßes, Saures, Kaltes oder Warmes. Später können dann Symptome wie Schwellungen im Kinn- und Wangenbereich sowie starke Schmerzen hinzu kommen. Verschwindet der Schmerz wieder, kann das ein Zeichen für das Absterben der Nerven sein. Bei einer chronischen Entzündung können die Schmerzen bis zum Ohr und selbst in den Kopf ausstrahlen.
Auch eine Verletzung (zum Beispiel durch einen Schlag auf den Kieferknochen) kann eine Zahnwurzelentzündung verursachen. Allerdings kommt dies nur äußert selten vor und beschränkt sich meist auf bestimmte Sportarten.
Diagnose & Therapie
In der Regel diagnostiziert der Zahnarzt die Wurzelentzündung bereits aufgrund der Schmerzbeschreibung des Patienten. Zur Sicherstellung der Diagnose prüft er die Vitalität des Zahnes. Bei einem Kältetest beispielsweise reagiert der Nerv stark auf diesen Reiz. Ist er jedoch bereits abgestorben, kommt es zu keinerlei Reaktion. Hat sich die Entzündung bereits ausgebreitet, ist außerdem ein Röntgenbild nötig.
Therapie
Vorrangiges Ziel ist die Erhaltung des Zahnes mittels einer Wurzelkanalbehandlung. Dabei werden zunächst einmal die Wurzelkanäle ausgemessen, anschließend erweitert und dann ausgefeilt. Erst jetzt können die Wurzelkanäle gespült und gereinigt und somit Eiter und Bakterien entfernt werden. In den gereinigten Zahn kommen nun eine medikamentöse Einlage sowie eine Auffüllung mit verträglichen Materialen. Am Ende der Wurzelbehandlung bekommt der betroffene Zahn ein Inlay oder eine Krone.
Sind die Wurzelkanäle bereits zerstört oder nicht behandelbar, wird eine Wurzelspitzenresektion gemacht. Dabei werden etwa drei Millimeter der Wurzelspitze und der entzündete Bereich um die Wurzel herum entfernt. Dies geschieht von außen (durch den Kieferknochen). Schlagen diese beiden Behandlungsarten fehl, muss der Zahn gezogen werden, um eine weitere Ausbreitung der Entzündung zu verhindern.
Vorbeugen
Wie bei allen Zahnkrankheiten ist regelmäßiges Zähneputzen die beste Vorbeugung. Auch die jährlichen Kontrollbesuche beim Zahnarzt sollten nicht vergessen werden. Treten Schmerzen auf, schieben Sie diese nicht auf die lange Bank. Eine Entzündung im Frühstadium kann meisten komplikationslos behandelt werden.













