Die Energiewende, Strom & Städte

Auch wenn Finanz- und Flüchtlingskrise das Thema in den letzten Jahren ein Stück weit aus den Schlagzeilen gedrängt haben, ist das Thema erneuerbare Energien weiterhin hochaktuell. Denn auch wenn sich derzeit die Preise an den Tankstellen wieder ein Stück weit moderater gestalten, wird es auf mittlere bis lange Sicht zu massiven Steigerungen im Bereich der fossilen Brennstoffe kommen. Denn sowohl Öl und Erdgas als auch Kohle sind endliche Ressourcen. Auch in Bayern wird deshalb inzwischen an vielen Stellen umgedacht was die Gewinnung und Nutzung von Energie betrifft.

Energiewende durch Sonnenenergie

Energietechnisch autark bis 2050

Einer der Vorreiter in diesem Bereich ist die Green City Energy AG. Das in München beheimatete Unternehmen beschäftigt sich vorrangig mit der Nutzung von Solarenergie zur Wärme- und Stromerzeugung. Vorstand Jens Mühlhaus, 45, ist davon überzeugt, dass Solarstrom die grüne Antwort auf die Energiefragen vor allem in den Ballungsräumen Deutschlands ist. Für das Jahr 2050 geht er davon aus, dass seine Heimatstadt vollständig unabhängig von nicht erneuerbaren Energieträgern sein wird. Diese Auffassung teilt nicht zuletzt auch die Stadtwerke München. Diese gehen sogar davon aus, das bereits im Jahr 2025 eine Energieversorgung ausschließlich auf erneuerbarem Wege möglich sein wird. Im Unterschied zu den Konzepten von Green Energy setzen die Stadtwerke bei ihren Überlegungen allerdings weiterhin zentral auf Großkraftwerke in Form von Offshore- und Onshore-Windparks längs der europäischen Küsten. Green City favorisiert dem gegenüber eine wesentlich dezentralere Form der Versorgung.

Strom auf kurzen Wegen

Wenn Strom keine weiten Strecken zurücklegen muss, dann hat dies eine Reihe von Vorteilen. Zum einen ergeben sich keine Energieverluste auf dem Weg und zum anderen werden groß angelegte Überlandleitungen mit all ihren gesundheitlichen Auswirkungen für die benachbarte Bevölkerung überflüssig. Deshalb setzt Green City konsequent auf die kleinen Erzeuger im eigenen Haus. Denn noch immer wird nur ein Bruchteil der in Großstädten zur Verfügung stehenden Dachflächen für die Gewinnung von Solarenergie genutzt. Hier liegen die Potentiale brach, die in Zukunft genutzt werden sollen. Dabei geht es nicht darum, auf möglichst vielen Dächern die heute noch vielfach üblichen eher wuchtig und ausladend wirkenden Kollektoren anzubringen. Denn bereits heutzutage lassen sich Solarzellen problemlos und optisch deutlich weniger präsent beispielsweise in Dachziegeln unterbringen. Viele dieser Techniken stehen noch am Anfang. Erwartet wird, dass auch in diesem Bereich, wie zuvor bei den klassischen Solarmodulen, die Preise in den kommenden Jahren eine deutliche Abwärtstendenz zeigen werden. Da parallel hierzu die Preise für auf herkömmlichem Wege erzeugte Energie deutlich steigen werden, werden Investitionen in die Photovoltaik entsprechend immer attraktiver.

In den Städten gehört die Zukunft der Sonne

Die Zukunf auf dem Land gehört aller Voraussicht nach einem Energiemix aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft. Hinzu kommen werden hier Biogasanlagen, welche schon heute in immer größerer Zahl im ländlichen Bereich errichtet werden. In den Städten sind viele dieser Ansätze keine Option. Denn für Windparks fehlt es an entsprechenden Flächen und bei Biogasanlagen sind die Geruchsemissionen häufig so, dass an eine Einbindung in urbane Gegenden nicht zu denken ist. So bleibt am Ende, wenn die jeweilige Stadt nicht von mehreren großen Flüssen durchzogen ist, am Ende nur die Solarenergie übrig, um den Energiebedarf von Morgen in einer Metropole wie München dezentral vor Ort zu decken. Jens Mühlhaus geht deshalb davon aus, dass in Zukunft selbst die Dächer historisches Bauwerke wie etwa die der Türme der Frauenkirche dazu genutzt werden, um Solarstrom und Wärme zu erzeugen. Für eine effiziente Nutzung werden moderne, dezentral ausgelegte und auf digitaler Basis arbeitende Stromnetze sorgen. Auch die Mobilität werde sich verändern und gerade in den Städten Modelle wie Car-Sharing weiter an Zulauf gewinnen. Zudem werde auch aufgrund des Klimawandels die Nutzung von Solarenergie attraktiver. Wenn Mühlhaus vor seinem inneren Auge einen Biergarten des Jahres 2050 betrachtet, dann sitzen die Münchener und ihre Gäste darin nicht nur unter Palmen sondern vor allem vor einem dank Solarstrom gut gekühlten Bier.

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