DSL oder Kabel? Internet-Zugänge und ihre Vor- und Nachteile

Über 80 Prozent der Deutschen nutzen das Internet jeden oder fast jeden Tag, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. Damit hat sich die Zahl der Internetnutzer in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt: Während 2004 nur die Hälfte der deutschen Bevölkerung online war, surfen heutzutage vier von fünf Deutschen. Wer sich für einen Internetzugang entscheidet, muss sich nicht nur mit verschiedenen Anbietern auseinandersetzen, sondern zuerst eine wesentlich grundsätzlichere Entscheidung treffen: Welche Technologie soll für den Internetzugang genutzt werden? Derzeit ist der Internetzugang über DSL der am weitesten verbreitete, doch der Zugang über Kabel stellt eine Alternative dar: sowohl bei der Übertragungsgeschwindigkeit als auch bei den Preisen zeigt sich Kabel-Internet als überzeugende Konkurrenz. Erfahren Sie alles Wissenswerte über die Vor- und Nachteile von Kabel und DSL in diesem Ratgeber.

DSL oder Kabel?

Funktionsweise und Vorteile von DSL

Unter DSL — die Abkürzung steht für „Digital Subscriber Line“ — werden auf den existierenden Kupferleitungen, die das Telefonnetz bilden, Daten bzw. Signale versendet. Dies geschieht in einem höheren Frequenzband als die Übertragung der Sprachsignale, sodass Telefonie und Internetnutzung einander nicht stören. Gebräuchlich war in Deutschland lange Zeit das sogenannte „ADSL“: Diese DSL-Variante stellt gegrenzte Geschwindigkeiten für das Hochladen von Dateien zur Verfügung. Für Privatuser bringt dies zumeist keinen Nachteil mit sich — denn entscheidend für das Streamen von Filmen oder das Musikhören ist die Download-Geschwindigkeit. Wer jedoch das Internet dazu nutzt, größere Datenpakete — Filme, hochauflösende Fotos, umfangreiche Dokumente — regelmäßig hochzuladen, sollte ein anderes Angebot wählen. Zum Nachfolger von ADSL wurde VDSL, das auf der gleichen Technologie basiert, durch Optimierung jedoch deutlich höhere Übertragungsraten ermöglicht. Laut Anbietern sind hierbei Geschwindigkeiten von bis zu 200 MBit pro Sekunde möglich. Zu beachten ist jedoch dass diese Geschwindigkeiten Maximalwerte darstellen. Tatsächlich ausgereizt werden sie selten; Grund dafür sind etwa starker Traffic im jeweiligen Bereich, aber auch Signalschwächen bei WLAN-Zugängen.

Starke Konkurrenz: Kabel-Internet

Beim Internetzugang über das bestehende Kabelnetz, das gemeinhin den Haushalt mit Fernsehkanälen versorgt, ist unter Umständen ein — wenn auch geringer — Umbau notwendig. Dabei werden die Antennendose und der Antennenverstärker im Haushalt bzw. Haus ausgetauscht, sofern sie bestimmten technologischen Anforderungen noch nicht genügen. Zum Surfen über das Kabelnetz ist ein Kabelmodem notwendig, das der Kunde vom Kabelanbieter zur Verfügung gestellt bekommt. In der Funktionsweise ähneln sich Kabel und DSL stark: Auch beim Internet per Kabel werden ausschließlich bestimmte Frequenzbereiche bzw. Kanäle genutzt, sodass Fernsehen und Surfen parallel möglich sind. Im Optimum sind mit dem Kabel-Internet Übertragungsgeschwindigkeiten von 200 MBit pro Sekunde zu erreichen — dies variiert jedoch, wie bei DSL, von Anbieter zu Anbieter, sodass der Vergleich verschiedener Angebote hilfreich ist. Sowohl VDSL als auch Kabel aber bieten heutzutage auch jenseits der teuersten High-Speed-Angebote Übertragungsgeschwindigkeiten, die zum ruckelfreien Streamen von HD-Videos genügen.
 

Beste Artikel in Haus & Heim
Ihre Artikel Bewertung:
Bitte wählen Sie einen Stern

Durchschnitt: 0.0 / Prozent: 0% , Stimmen:

Artikelinformationen