Geothermie – Heizen mit der Wärme der Erde

Geothermie ist die Gewinnung von Wärmeenergie, welche unterhalb der festen Erdoberfläche gespeichert ist. Je tiefer dabei in die Erde vorgedrungen wird, desto wärmer ist sie. In Mitteleuropa steigt die Temperatur etwa um 3 Grad Celsius pro 100 Meter Tiefe. Wissenschaftler gehen davon aus, dass im Erdkern Temperaturen von etwa 5.000 bis 7.000 Grad Celsius vorherrschen. Nach menschlichen Maßstäben ist diese Energiequelle schier unerschöpflich.

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Oberflächennahe Geothermie zur Energiegewinnung

Unser Planet strahlt täglich etwa viermal so viel Energie an den Weltraum ab wie wir an Energie verbrauchen. Rund ein Drittel des Energiestroms stammt aus dem heißen Erdkern selber und etwa zwei Drittel entstehen durch den Zerfall natürlicher radioaktiver Elemente in Erdkruste und Erdmantel.

Die Geothermie wird in zwei Arten unterschieden:

  1. Oberflächennahe Geothermie
  2. Tiefe Geothermie

In der Oberflächennahen Geothermie der SWM werden Bohrungen bis zu einer Tiefe von 400 Metern vorgenommen. Die dort bis zu 25 Grad Celsius herrschenden Temperaturen werden genutzt für das Beheizen sowie Kühlen von Gebäuden oder anderen Einrichtungen der Infrastruktur und für technische Anlagen. Meist wird hierfür ein Wärmetauscher eingesetzt. Dieser nimmt die Erdwärme auf, indem eine Wärmeträgerflüssigkeit oder Wasser in einem geschlossenen Rohrsystem zirkuliert. Die so gewonnene Wärme wird anschließend an eine Wärmepumpe gegeben und auf die zum Heizen notwendige Temperatur gebracht.

Nutzung der Geothermie ohne Wärmepumpe

Mit einer Nutzung der Temperatur aus dem Untergrund als direkte Quelle entfällt die aufwendige Kälteerzeugung in Klimaanlagen und diese kann so direkt als Klimakälte genutzt werden. Typische Systeme sind:

  • Erd-Kollektoren
  • Erdwärmesonden
  • Energiepfähle (erdberührende Betonteile)
  • Grundwasserbrunnen

Nutzung von Erdwärme in Deutschland

Zurzeit sind deutschlandweit rund 318.000 oberflächennahe Geothermieanlagen in Betrieb. Jährlich kommen Neue hinzu – allein 2013 wurden 21.100 neue Anlagen installiert.

Geothermie hat verschiedene Vorteile: sie ist klimaneutral und landschaftsschonend, zudem ist sie äußerst zuverlässig, grundlastfähig und steht zu stabilen Preisen zur Verfügung. Mit ihr können private Haushalte Strom sparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun. Geothermie ist rund um die Uhr verfügbar und vollkommen unabhängig vom Wetter und der Jahreszeit.

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