Mietausfallversicherungen

Wohneigentum ist als beständiges und werterhaltendes Investment immer noch und immer wieder ganz oben auf der Agenda privater Anleger. Viele Käufer von Eigentumswohnungen und Häusern sehen in den eigenen vier Wänden nicht zuletzt auch ihre Altersvorsorge. Die Finanzierung des Wohneigentums basiert dabei oftmals auf Krediten bzw. auf Mieteinnahmen durch Fremdvermietung. Gerade hier jedoch lauern mitunter Risiken, vor allem dann, wenn es darum geht, dass Mieteinnahmen aus unterschiedlichen Gründen ausbleiben können und damit die Existenz der Eigentümer gefährdet wird.

Insofern kann es für Besitzer von Eigentumswohnungen- und Häusern interessant sein eine Mietausfallversicherung abzuschließen. Dennoch sollte dabei genau auf die Konditionen dieser Policen geachtet werden.

In erster Linie stehen da Versicherungssumme und Jahresbeitrag auf dem Prüfstand. Die Versicherungssumme beträgt bei den meisten Anbietern von Mietausfallversicherungen 12 Nettomonatsmieten, während der monatliche Beitrag zwischen 0,3 und 5 Prozent dieses Jahresmietwertes betragen kann. Dabei ist zu sagen, dass niedrige Beiträge oft an Selbstbeteiligungen der Versicherungsnehmer oder aber an das Abschließen ähnlicher Policen (bspw. Wohngebäudeversicherung) gekoppelt sind. Dieses Cross-Selling der Versicherungsunternehmen kann andererseits auch ein Vorteil für Vermieter sein, wenn entsprechende Versicherungen noch nicht abgeschlossen wurden.

In jedem Fall sollte auch genau geklärt werden, welche Schäden überhaupt abgedeckt sind und bei welchen es wahrscheinlich ist, dass man auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben wird.
Im klassischen Sinne decken Mietausfallversicherungen Schäden, die durch Mietverlust als Folge von Bränden und Wasserrohrbrüchen, Sturm, Blitzschlag, etc. entstehen. Anders als Gebäudeversicherungen, die für die Schäden am Gebäude selbst aufkommen, sorgen Mietausfallversicherungen also auch dafür, dass eventuelle Mietminderungen infolge der Schäden mit aufgefangen werden. Speziell bei vermieteten Gewerberäumen ist darauf zu achten, dass die Gebäudeversicherung nicht automatisch auch den Verlust von Mieteinnahmen abdeckt.

Anders sieht es jedoch bei Mieteinnahmenausfall durch säumige Mieter aus. Zwar sind auch hier Zahlungen der Versicherung vorgesehen, doch meistens deckt die Summe nicht den entstandenen Schaden.
So sehen viele Policen vor, dass erst dann die Versicherungssumme ausgezahlt wird, wenn beispielweise der Mieter die volle Kautionssumme hinterlegt hat. Tatsächlich kann es aber die Praxis sein, dass Mieter die Kaution in drei Teilsummen zahlen. Hinterlegen sie zum Einzug das erste Drittel und bleiben dann die weiteren beiden Teile und natürlich die Miete schuldig, greifen bestimmte Versicherungen nicht.

Ein weiteres Ausschlusskriterium für die Haftung findet sich oftmals darin, dass der Mieter Einspruch gegen die Forderungen des Vermieters einlegt, beispielsweise weil er/sie Beanstandungen an der Wohnung geltend machen und diese als Begründung für das Nicht-Zahlen der Miete anführen. Schließlich decken viele Mietausfallversicherungen eventuelle Prozesskosten gar nicht ab.

Andere Anbieter setzen darauf, dass sie dem Versicherungsnehmer den Mietausfall für max. 12 Monate erstatten, sobald die erste Mahnung verschickt wurde und diese nicht fruchtete. Die Versicherung kümmert sich dann darum das Geld seitens des säumigen Mieters einzutreiben und der Vermieter muss sich keine Sorgen mehr machen, wie er an seine nicht gezahlte Miete kommt. Dem voraus geht aber in der Regel eine kostenpflichtige Prüfung der Bonität der Mieter, die der Versicherungsnehmer zahlen muss. Fällt diese nicht gut aus, kann der Vermieter keine oder aber nur eine sehr teure Police abschließen.

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