Mietpreisbremse & die Wohnungsmarktentwicklung in deutschen Großstädten

Die Entwicklung auf dem Markt für Immobilien hat in den letzten Jahren problematische Wendungen mit sich gebracht. Besonders in den großen Städten sind die Mieten deutlich gestiegen und machen das Wohnen in Metropolen zu einem Problem. Der Staat hat sich eingeschaltet und die sogenannte Mietpreisbremse beschlossen. Damit soll den steigenden Mieten ein Deckel aufgelegt werden. Allerdings könnte gerade dieses Gesetz dafür sorgen, dass die Preise für Wohnungen noch einmal deutlich steigen.

Die Ausgangslage der Wohnungen und Immobilien in Städten Der entscheidende Grund für das Gesetz lag darin, dass die Preise für Wohnungen und Immobilien in den letzten Jahren stetig gestiegen sind. Besonders in den größeren Städten wie Hamburg, Berlin, München oder Köln hat sich der Mietpreisspiegel in den letzten fünfzehn Jahren mitunter um bis zu 50% erhöht. Aber es sind nicht nur die Metropolen - auch in den umliegenden Städten und in den Kleinstädten sind die Kosten für eine Wohnung oder einem Miethaus deutlich gestiegen. Der Grund dafür lässt sich in den strukturellen Problemen mit Immobilien in Deutschland finden. Die letzten Jahre haben dafür gesorgt, dass immer mehr Menschen auf der Suche nach einer Wohnung in einer Großstadt sind, da hier die meisten Jobs zu finden sind. Gleichzeitig hat der Wohnungsbau deutlich nachgelassen - Mangel an Wohnraum war eine logische Folge daraus. Die Vermieter haben aufgrund der Nachfrage die Preise deutlich erhöht und es somit für bestimmte Schichten noch schwerer gemacht, eine neue Wohnung zu finden. Nun hat der Gesetzgeber mit der Mietpreisbremse einen Versuch gestartet, diese Entwicklung aufzuhalten. Die Mietpreisbremse und ihre gewünschten Konsequenzen Eines der wichtigsten Ziele der Mietpreisbremse liegt darin, dass auch Normal- und Geringverdiener eine Möglichkeit für eine Wohnung haben und nicht aus beliebten Wohnvierteln gedrängt werden können. Der wichtigste Eckpunkt der Reform ist daher, dass die Preise für Mieten nicht mehr beliebig erhöht werden können. Künftig darf bei einem Abschluss die Miete nur noch 10% über dem eigentlichen Mietspiegel liegen. Damit sind die beliebigen Preise bei einem Mietvertrag nicht mehr möglich. Mit dem Beginn des Jahres 2015 gibt es aber auch noch andere Punkte, die mit dem neuen Gesetz eine Rolle spielen sollen. Die wichtigsten Eckpunkte der Reform:

  • Den Bundesländern wird es erlaubt, entsprechende Regionen auszuweisen. In diesen wird die Mietpreisbremse aktiviert.
  • Eine wichtige Ausnahme liegt darin, dass bei Modernisierungen weiterhin andere Vorschriften für die Erhöhung der Mieten gelten.
  • Nicht zuletzt ist auch eine Veränderung der Abrechnung von Courtagen ein Eckpunkt der Reform. Künftig muss die Provision vom Vermieter gezahlt werden.

Besonders der letzte Punkt hat in den letzten Monaten für einiges an Diskussionen gesorgt. So haben die Makler zum Beispiel mit Streik gedroht, da sie befürchten, künftig deutlich weniger zu verdienen. Viele Vermieter würden dank des Internets und einschlägigen Portalen, wie Immowelt, selbst die Vermietung ihrer Immobilien übernehmen, da die Kosten sonst zu hoch sind. Auch gibt es Befürchtungen, wonach die Vermieter die Kosten einfach auf eine andere Weise auf die Mieter umlegen. Alles in allem ist die Mietpreisbremse nicht das, was sich viele gewünscht haben, kann allerdings als ein Anfang betrachtet werden. Die Mieten werden in den größten Regionen gedeckelt und durch den neuen Umgang mit der Provision ist es einfacher, eine neue Wohnung zu finden. Trotzdem wird man in den nächsten Jahren darauf achten müssen, dass der Wohnungsbau wieder vorangetrieben wird. Nur neue und sanierte Wohnungen werden dafür sorgen, dass die Preise langfristig wieder sinken oder zumindest nicht weiter steigen werden.

Artikelinformationen