Ökostrom: Gibt es bald einen Herkunftsnachweis?

Reiner, deutscher Ökostrom für die Endverbraucher – könnte das bald Realität werden? Derzeit möchte ein Zusammenschluss von Energieversorgern erwirken, dass der Strom aus erneuerbaren Energiequellen nicht länger über die Strombörsen mit herkömmlichem Strom vermischt wird. Eine Möglichkeit, das zu gewährleisten, wäre ein Herkunftsnachweis. Aber ist das realistisch? Und wie steht es generell um den Ökostrom in Deutschland?

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Ökostrom ist mittlerweile überall. Mit riesigen Schritten geht der weltweite Ausbau von Photovoltaik-, Wind und Wasserkraftanlagen im Sinne der Nachhaltigkeit voran: 2014 wurden unglaubliche 270 Milliarden US-Dollar in die Erzeugung des „grünen“ Stroms investiert. Zu diesem durchaus erfreulichen Ergebnis kam der Global Trends in Renewable Energy Investment 2015, ein Report, den die Frankfurt School of Finance & Management und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) veröffentlichten. Einen besonderen Stellenwert hat Ökostrom im Zuge der Energiewende natürlich bei uns in Deutschland.

Der Ausbau bedeutet die Abkehr von schmutziger beziehungsweise risikobehafteter Energie wie dem Atomstrom, den Kohlekraftwerken und dem zu weiten Teilen aus Russland importierten Gas. Bezieht ein hiesiger Endverbraucher Ökostrom, sichert ihm der jeweilige Anbieter vertraglich eine eingespeiste Mindestmenge an Strom aus regenerativen Energiequellen zu. Was nun wirklich öko ist, erschließt sich dem Endkunden zum Beispiel durch Ökostrom-Zertifikate und Gütesiegel, über die man sich zum Beispiel hier informieren kann.

Kommt der reine Ökostrom aus Deutschland?

In Berlin legten die Grünen gerade eine Studie vor, aus der angeblich hervorgeht, wie in Zukunft eine Vollversorgung mit Ökostrom funktionieren könnte. Deutschland übernimmt in Sachen Ökostrom im Übrigen eine Vorbildfunktion. Rund 25 Prozent des in der Bundesrepublik genutzten Stroms stammt bereits aus erneuerbaren Quellen. Und mittelfristig könnte das aktuelle Mischprodukt aus der Steckdose auf Anfrage ganz und gar aus ökologischen vertretbaren Quellen stammen und entsprechend zertifiziert sein. Das zumindest fordert gerade ein Bündnis mehrerer Energieversorger.

Auch die Tatsache, dass ein großer Teil des hierzulande bezogenen Ökostroms aus dem Ausland (beispielsweise aus skandinavischen Wasserkraftwerken) stammt, soll sich demnach ändern. Ein Herkunftsnachweis soll dem Verbraucher Gewissheit geben. Ob aber Sigmar Gabriel, seines Zeichens nicht nur Vizekanzler, sondern eben auch Bundesminister für Wirtschaft und Energie, diesbezüglich die Weichen stellt, ist natürlich eine ganz andere Frage.

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