Was Sie bei der Planung und beim Bau beachten sollten Terrassenüberdachung

Heute ist eine Terrasse viel mehr als nur ein Aufenthaltsort im Freien, sie ist zu einer Erweiterung des Wohnraums geworden. Ihre Nutzung ist nicht mehr nur auf die Sommermonate beschränkt, weshalb auch die Anforderungen an die bauliche Ausstattung von Terrassen, ihre Überdachung und an das Mobiliar gestiegen sind. Längst führen Sonnenschirme und Markisen ein Schattendasein und sind von komfortablen Terrassenüberdachungen abgelöst worden, die ganz im Trend liegen, wenn es um Sonnen-, Sicht-, Regen- oder auch Kälteschutz geht. Dementsprechend ist die Vielfalt der Überdachungskonstruktionen für Terrassen gestiegen ebenso die der verwendeten Materialien, die angefangen von Holz über Metall bis Glas reichen.

Die Basis jeder Terrassenüberdachung - die Unterkonstruktion

Eine Terrassenkonstruktion benötigt eine Unterkonstruktion, für die bevorzugt Holz oder Aluminium verwendet wird, während Stahl aufgrund des hohen Rohstoffpreises weniger nachgefragt wird. Während die Aluminiumkonstruktion mit Verbindungselementen aus Stahl unterstützt wird, besteht die Holzunterkonstruktion meist aus Leim- oder Lärchenholz, die allerdings bei weitem nicht so wetterbeständig und filigran ist. Die erste Entscheidung bei der Terrassenüberdachung gilt also dem Material, die regelmäßig zugunsten der Optik ausfällt, wobei auch beide Materialien zusammen verbaut werden können. Zu bedenken ist, dass Aluminium in jeder gewünschten Farbe beschichtet oder lackiert werden kann und moderner wirkt, während Holz eher rustikalen Charme verströmt. Für Aluminium spricht, dass es kaum pflegebedürftig und wetterbeständig ist. Aufgrund seines geringen Eigengewichts muss weniger Material verbaut werden. Der Preis für Aluminium liegt bei rund 200 bis 300 Euro pro Quadratmeter. Anders verhält es sich mit Holz, das nur bei ausreichender Pflege wetterbeständig ist. Beim Verbauen ist mehr Material erforderlich und eine höherer Balken- und Pfostendurchmesser vonnöten, wobei der Preis für Holz bei rund 200 Euro pro Quadratmeter liegt. Um die Terrassenkonstruktion im Erdboden zu verankern werden Pfostenträger oder Stützenfüße verwendet. Die zwei gängigsten Arten sind Stützenfüße zum Einbetonieren oder zum Aufdübeln, wobei die erste Variante entfällt, sofern es sich um eine Unterkonstruktion handelt, die auf dem Fundament der Terrasse steht.

Die verschiedenen Dachvarianten

Auf die Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium lassen sich alle gängigen Dachvarianten montieren, zu denen Flach- und Spitzdächer ebenso gehören wie Pult-, Sattel-, Walm- und Tonnendächer, wobei die angebotene Produktpalette abhängig ist vom jeweiligen Hersteller. Für die Terrassenüberdachungen können unabhängig von der Dachform und von der Unterkonstruktion verschiedene Materialien verwendet werden, beispielsweise Acryl- oder Plexiglas, Polyesterharz oder Polycarbonat sowie Verbundsicherheitsglas. Diese lichtdurchlässigen Materialien werden umgesetzt in Well- oder Stegplatten, aber es gibt auch richtige Dacheindeckungen, unter anderem mit Tondachziegeln oder Bitumenschindeln. Ein zentraler Punkt bei der Terrassenüberdachung ist die Dachentwässerung, die auch finanziell in den Baukosten zu Buche schlagen. Wie andere Dächer muss auch die Terrassenüberdachung mit einer Regenrinne ausgestattet werden, für die gängige Materialien wie Kupfer, Zink und PVC verwendet werden.

Baugenehmigung - ja oder nein?

Sobald eine Entscheidung hinsichtlich der Unterkonstruktion und der passenden Dacheindeckung getroffen wurde ist zu prüfen, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. Zuständig sind die einzelnen Bundesländer und Kommunen, deren Gesetzgebung allerdings nicht einheitlich ist. In einigen Bundesländern ist eine Terrassenkonstruktion bis zu einer Tiefe von drei Metern und einer Fläche von bis zu 30 Quadratmetern frei von einer Baugenehmigung, beispielsweise in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen sowie in Bremen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Niedersachsen macht eine Genehmigung abhängig vom Rauminhalt der überdachten Fläche, die 40 Kubikmeter nicht übersteigen darf.

Liegen Sie mit Ihrer Terrassenüberdachung innerhalb dieser Normwerte sind Ihre Chancen gut, dass Ihr Antrag schnell und unbürokratisch positiv beschieden wird. Bedenken Sie bitte, dass für Terrassenüberdachungen zumeist eine Anzeigepflicht für den Bau beim zuständigen regionalen Bauamt besteht, auch wenn für den Bau keine Baugenehmigung erteilt werden muss. Unabhängig davon, ob eine Baugenehmigung erteilt werden muss oder nicht, sind Sie außerdem an die regionalen Bestimmungen hinsichtlich der Abstandsgrenzen, der Baumaterialien, der Statik und des Brandschutzes gebunden. Das gilt gleichermaßen für die Schneelastgrenzen, die auch abhängig sind von den regionalen Wetterbedingungen und vorschreiben, wie viel Schnee in Kilogramm eine Terrassenüberdachung pro Quadratmeter Dachfläche aushalten muss. Die Bestimmungen liegen meistens bei einem Wert von 125 Kilogramm pro Quadratmeter.

Terrassenüberdachung bauen - in Eigenleistung oder mit fachmännischer Unterstützung?

Eine Terrassenüberdachung kann je nach handwerklichem Geschick in Eigenleistung erbracht werden. Doch es stehen auch variable Arbeitsleistungen zur Verfügung. Beanspruchen Sie beispielsweise die Unterstützung eines Anbieters oder Herstellers von Terrassenüberdachungen stellt dieser je nach Bedarf Monteure zur Verfügung, wofür Montagekosten anfallen. Natürlich ist es auch möglich die gesamten Arbeiten in die Hände von Fachleuten zu legen oder auch hier nur einen Teil der fälligen Arbeitsleistungen zu vereinbaren. Hier ist es wichtig im Vorfeld individuelle Vereinbarungen zu treffen und die gegebenenfalls schriftlich zu fixieren. Wer sich dafür entscheidet alle Arbeiten in Eigenleistung zu erbringen, ist mit einem Komplettset zum Selbstbau gut beraten. Auch hier lohnt es sich, sich vorab genau zu erkundigen, welche Garantien und Gewährleistungsrechte der Hersteller einräumt und übernimmt. Darüber hinaus gibt es Hersteller, die Terrassenüberdachungen passgenau produzieren und auch montieren. Je nach Material, nach Form und nach Funktionsumfang, beispielsweise variable Dach- oder Seitenelemente, bewegen sich die Kosten bis in einen fünfstelligen Bereich hinein.

Zu guter Letzt können Sie mit einer Terrassenüberdachung auch Vorsorge treffen gegen allzu neugierige Nachbarn. Denkbar ist eine Seitenverglasung, die im Idealfall variabel ist. Möglich sind auch Sichtschutzwände aus Holz oder Kunststoff, wobei es mit einem Sonnenschutzsegel noch einfacher geht. Beziehen Sie auch die Beleuchtung in Ihre Überlegungen mit ein ebenso wie die Installation von Leuchten und Lampen. Das gilt gleichermaßen für Heizstrahler, die in die Überdachung integriert werden können und den Aufenthalt im Freien bei nahezu jeder Wetterlage ermöglichen. Sobald alle Planungen abgeschlossen sind und bevor mit den baulichen Maßnahmen begonnen wird, sollten Sie Ihre regionale Baubehörde aufsuchen, um alle Einzelheiten abzuklären. Gehen Sie auf Nummer sicher, denn wer bauliche Veränderungen oder Erweiterungen ohne Genehmigung oder die erforderliche Anzeigepflicht vornimmt, muss mit einem schmerzlichen Ordnungsgeld rechnen und im schlimmsten Fall die bereits vorgenommenen baulichen Veränderungen wieder rückgängig machen.


Autor:

Philip Kullmann aus Hamburg ist Inhaber von Meingartenversand.de. Mittlerweile hat er sich auch einen Namen als Autor rund um die Bereiche Garten, Pflanzen und Sanierung gemacht.
 

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