Alltagsrassismus 

Alltagsrassismus ist die Übernahme von Rassismus in alltägliche Situationen durch Denk- und Handlungsformen, die die dahinter liegenden Machtstrukturen stabilisieren und verfestigen. Es handelt sich dabei um einen ununterbrochenen Prozeß, bei dem Rassismus in all seinen Ausformungen nicht mehr befragt wird und von den dominierenden Gruppen als "normal" und allgemein gebräuchliches Verhaltensmuster betrachtet wird.

Allein in der Sprache finden sich viele häufig gebrauchte Redewendungen, die z.B. MigrantInnen, Frauen oder Behinderte diskriminieren. Als Beispiele dafür können z.B. folgende Redewendungen angeführt werden:

"Mann, bist du dämlich...","Diese Abrechnung ist getürkt worden...", "Diese Sache ist gemauschelt worden...", "...das ganze kommt mir spanisch vor.", "... wie hoch ist ihre Buschzulage?", "... hier gehts ja zu wie in einer Judenschule!", "... hört endlich auf mit dem herumzigeunern...", "...ihr brüllt ja wie die Hottentotten...", "... dann haben wir bald italienische Verhältnisse ...", "...typisch polnische Wirtschaft...", "... wir sind hier doch nicht im Busch ...", "... mach mal keinen Negeraufstand ...", "... wenn du mehr Geld brauchst, zeig mir einen Juden, dem man in die Tasche greifen kann ..." "..das macht mir einen Heidenspaß.", "... Ich bin doch nicht dein Neger...", "...ein Bier, Fräulein", "Schwarzfahren wird bestraft", "...Du Spasti", usw.

Eine typische Rassismusfalle beginnt z.B. auch mit dem Wörtchen "aber": "Ich habe zwar nichts gegen Afrikaner, aber...". Deutlich wird der eingeleitete Widerspruch zu dem vorher gesagten, bei dem wir -fast ohne es zu merken- plötzlich die Gegenposition beziehen.

Wenn rassistische Vorstellungen und Handlungen das tägliche Leben durchziehen und zum Bestandteil der Aufrechterhaltung gesellschaftlichen Lebens werden, dann hat die Gesellschaft begonnen, Alltagsrassismus zu produzieren und ihn zu rechtfertigen.

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