Das Testamentsregister soll Erbschafts-Probleme vermeiden

Das Thema Testament ist für manche unangenehm, wie auch aus dem unten eingebetteten Video hervorgeht. Trotzdem macht es Sinn, sich zeitnah mit der Frage nach dem Testament auseinanderzusetzen, denn die gesetzliche Erbregelung ist nicht nur kompliziert, sondern führt auch in vielen Fällen zu Ergebnissen, die der Erblasser so nicht gewollt haben kann. Mit einem Testament kann man diese Schwierigkeiten vermeiden. Damit das Testament auch gefunden und richtig angewandt wird, gibt es seit kurzen ein zentrales Testamentsregister.

Eine Schwierigkeit beim Testament ist das Auffinden nach dem Eintritt des Todesfalls. So kann ein Testament bei einen Notar oder Gericht erstellt bzw. hinterlegt sein, die potentiellen Erben wissen aber nichts davon und finden ein Testament in der Wohnung, das aber schon veraltet ist. Oder es wird ein veraltetes Testament gefunden, dabei aber übersehen, dass es inzwischen eine neue Variante gibt, die an einer anderen Stelle aufgehoben ist.

Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, hat man jetzt ein zentrales Testamentsregister geschaffen, das im Todesfall schnell dafür sorgt, dass das relevante Testament dem Erbfall zugrunde gelegt werden kann. Bisher wurde hier nur herkömmlich Technik und der langsame Postweg genutzt; es konnte viele Monate dauern, bis klar wurde, ob Testamente vorliegen und welche Variante jeweils gültig ist.

Wird nun ein Testament erstellt und sorgt man über einen Notar dafür, dass dieses Testament amtlich hinterlegt wird, dann wird nun moderne EDV-Technik genutzt, um die Hinterlegung dem zentralen Testamentsregister anzuzeigen. Im Todesfall existiert so nur eine Stelle, die genau sagen kann, wo das richtige Testament zu finden ist. Das Testamentsregister erfasst allerdings nicht die Inhalte des Testaments, sondern sagt nur aus, wo man das gültige Testament einsehen kann.

In vielen Fällen wird ein Testament nur vom Erblasser zu Hause erstellt und dort auch verwahrt. Solche Testamente können vom Testamentsregister nicht erfasst werden. Die FAQ des Testamentsregisters sagt hierzu:

„Wie kann ich erreichen, dass mein Testament … registriert wird? … eigenhändige Testamente können im Zentralen Testamentsregister registriert werden. Dafür müssen sie jedoch in die besondere amtliche Verwahrung beim Nachlassgericht verbracht werden. Nicht registriert werden können Testamente, die zu Hause im Schrank oder anderswo aufbewahrt werden.“

Bei großen Erbschaften macht es aber Sinn, einen Notar mit der Beurkundung des Testaments zu beauftragen. Denn dieser hat dann dafür zu sorgen, dass das Testament fehlerfrei erstellt wird. Die Kosten hierfür vermindern zwar die Erbmasse, dafür haben aber die Erben den Vorteil, dass sie deutlich schneller agieren können, beispielsweise gegenüber dem Grundbuchamt, wenn Immobilien zur Erbmasse gehören.

Allgemein

Sie können Sie einen Kommentar hinterlassen or unseren Feed abonnieren, wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat.

Einen Kommentar schreiben

(Pflichtfeld)

(Pflichtfeld)