Kritikfähigkeit in sozialen Netzwerken

Wenn man von sozialen Netzwerken heute spricht, dann wird meist direkt an das Internet gedacht, wo soziale Netzwerke immer wichtiger werden: Einerseits dienen sie dem Erhalt der sozialen Kommunikation über große Entfernungen, andererseits können soziale Netzwerke im Internet gezielt zur Verbesserung der eigenen Reputation verwendet werden. Gegenwärtig spricht man im Zusammenhang mit Internet und sozialen Netzwerken aber eher von „Social Networks“, ohne das hierfür eine Notwendigkeit feststellbar wäre. Ich gehe auch davon aus, dass mit der rasanten Verbreitung von Angeboten wie Facebook und XING diese Marotte der Verwendung des Englischen bald verschwinden wird.

Soziale Netzwerke gibt es schon sehr lange und es gibt sie auch weiterhin in der „Offline-Welt“. Viele, die aber in neue soziale Netzwerke eintreten, kommen am Anfang mit den dort herrschenden Kommunikationsgepflogenheiten nicht gut klar, weil diese nicht Eins zu Eins aus der Offline-Welt übertragen werden können. In einem Interview auf kmu-im-socialweb.de wird zwar die Meinung geäußert, dass die Kritikfähigkeit generell abnehme, aber viele sind dann doch überrascht, welcher rauer Ton in manchen sozialen Netzwerken des Internets an der Tagesordnung ist.  Im normalen Leben ist man das nicht gewohnt und daher besteht schnell die Gefahr der Eskalation. Auf eine eher achtlos formulierte persönliche Kritik (Verwendung von Begriffen wie Unfug, Blödsinn, Unterschlagung in Bezug auf die eigene Person) reagiert man mit Gegenangriff (Verwendung von Begriffen wie Unverschämtheit, Ignoranz oder Dummheit).

Dies ist aber nicht klug, denn eine Eskalation kann sich auch in sozialen Netzwerken leicht unberechenbar entwickeln. Man sollte sich also für die Antwort Zeit gönnen und diese Zeit dazu nutzen, sich zu fragen, wer denn der Kritiker ist und aus welcher Motivation seine Kritik kommt. Wichtig ist auch die Vergewisserung, ob man es auf der anderen Seite mit einer echten Person oder einem Pseudonym zu tun hat. Als Blogger im sozialen Netzwerk Internet kann man auch durch eine Mailanfrage prüfen, ob denn der Kommentartor überhaupt eine zutreffende Mailadresse angegeben hat. In sozialen Netzwerken wie XING und Facebook schaut man sich die Profilseite an und kann meist schnell erkennen, ob hier kein Fakeprofil vorliegt. Auch hier kann mit interner Mail prüfen, ob den eine echte Person aktiv wurde.

Ist das Profil im sozialen Netzwerk nicht echt, dann braucht man die Kritik nicht zu beachten, es sei denn, der inhaltliche Kern der Kritik ist relevant. Dann muss man diesen Kern bestimmen und geht in seiner Antwort auf diesen Kern ein. Auf Polemik und Beleidigungen reagiert man am besten gar nicht, sondern verwendet eine Formulierung der Art, das man es den „anderen Lesern überlässt, sich hier eine Meinung zu bilden.“ Durch diese sachliche Haltung macht man in sozialen Netzwerken meist viele Punkte, denn die „Trolls“ (Provokateure, die um des Klamauk willens aktiv sind) und Polemiker kommen nur in ihrer Bezugsgruppe gut an. Deeskalation und Sachlichkeit sind meist die besten Momente, um seine Kritikfähigkeit in sozialen Netzwerken umzusetzen.

Allgemein

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