Mediation und Rechtsschutzversicherung

Mediation ist bisher noch kein so gängiger Begriff in der Umgangssprache. Das könnte sich in den nächsten Jahren aber noch ändern, denn Mediation (im Sinne von Vermittlung der Streitparteien) wird zunehmend bei der juristischen Ausbildung zum Thema. Denn die Juristen haben erkannt, dass in vielen Fällen keine gerichtliche Streitigkeiten wirklich zur erfolgreichen Konfliktlösung führen.

Mediation ist also Vermittlung zwischen unterschiedlichen Interessen. Es kommt bei der Mediation darauf an, dass die streitenden Parteien über einen Kommunikationsprozess geleitet werden, bei der ihre unterschiedlichen Interessen ausreichend ausgedrückt und in Einklang gebracht werden können. Mediation ersetzt im Idealfall also Gerichtsprozesse.

Mediation ist besonders angesagt bei Nachbarschafts- und Familienstreitigkeiten. Mediation macht besonders dann Sinn, wenn zwischen den Streitparteien enge persönliche oder geschäftliche Verbindungen vorliegen: Mieter und Vermieter – Arbeitgeber und Mitarbeiter. Hier zeigt sich oft, dass Mediation (als Vermittlung) besonders notwendig ist.

Denn wenn man sich über Zaunhöhen und Gartennutzung gerichtlich streitet, dann geht es meist schnell um Dinge, die nicht wirklich relevant sind. Dies ist auch eine Erklärung dafür, dass es nach einer gerichtlichen Entscheidung immer wieder zu neuen Problemen und Streitigkeiten kommt. Denn das Gerichtsverfahren vermeidet es (anders als die gut gesteuerte Mediation), dass die tatsächlichen Konfliktpunkte zur Sprache kommen und damit gelöst werden können.

Auch die Gerichte in Arbeitsrechtsstreitigkeiten haben den Vorteil der Mediation erkannt und bieten diese in bestimmten Fällen den beteiligten Parteien an. Schließlich hat das Arbeitsgerichtsverfahren mit seinem Gütetermin sogar einen offiziellen Termin mit Mediations-Charakter.

Den Trend zur Mediation haben auch Vertreter der Rechtsschutzversicherung erkannt. Denn die Rechtsschutzversicherung kann Ärger und Geld sparen, wenn durch Mediation ein langwieriger und kostspieliger Streit vermieden werden kann. Bisher war die Mediation eher eine freiwillige Leistung der Rechtsschutzversicherung. Man musste als Kunde einer Rechtsschutzversicherung gezielt nach einer Vermittlung oder Mediation fragen, wenn man einen Konfliktfall ohne gerichtlichen Streit lösen wollte. Zwar hat die Rechtsschutzversicherung relativ schnell einen Anwalt zur Beratung beim Streitfall bereitgestellt, aber der war sich möglicherweise nicht sicher, ob denn auch eine Mediation von der Rechtsschutzversicherung abgedeckt würde.

Ob man überhaupt eine Rechtschutzversicherung braucht, ist umstritten. Während Michael Weller auf Bloglister die Vorteile und Möglichkeiten der Rechtsschutzversicherung ausführlich bespricht, bin ich zumindest der Meinung, dass die Unterstützung der Mediation durch eine Rechtsschutzversicherung ein gutes Argument für die Rechtsschutzversicherung ist.

Wegen ihrer Vorteile, wird die Mediation für Ausbildung und Praxis bei juristischen Fragen noch relevanter werden. Mediation wird auch als Begriff bekannter, wenn er im Marketing der Rechtsschutzversicherung stärker berücksichtigt wird. Wer eine Rechtschutzversicherung hat, der sollte sich informieren, ob diese bereits jetzt Mediation anbietet und wie das Verfahren der Unterstützung der Mediation durch die Rechtsschutzversicherung genau aussieht.

Allgemein

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