Politik setzt Männergesundheit auf die Agenda

Eine neue Studie zur Männergesundheit war Anlass für Familienministerin Schröder verstärkte Anstrengungen zur Beachtung dieses bisher vernachlässigten Handlungsfeldes anzukündigen. Sehr lange schon ist bekannt, dass die Lebenserwartung der Männer viele Jahre unter denen der Frauen liegt. Männergesundheit leidet auch darunter, dass Männer weniger oft Vorsorgeuntersuchung nutzen und insgesamt sich bei Arztbesuchen und Gesundheitsverhalten oft sehr zurückhaltend verhalten. Deshalb soll nun die Männergesundheit auf die politische Agenda gesetzt werden.

Frau Schröder begründet ihre Forderung nach Maßnahmen zur Verbesserung der Männergesundheit mit der Erkenntnis aus der Studie, dass nur ein Jahr der geringeren Lebenserwartung bei Männern auf körperliche Unterschiede zurückgehe. Die meisten Jahre der geringeren Lebenserwartung seien durch soziokulturelle Faktoren bedingt.

Damit wird (wie beispielsweise im Betriebsrats Blog) natürlich eine spannende Frage aufgeworfen. Sind die Betroffenen selbst an ihrer geringeren Männergesundheit schuld oder führt der gesellschaftliche Druck, die immer noch hohe Erwartung an den Mann als den Ernährer der Familie, dazu, dass dieser seine eigene Männergesundheit vernachlässigt? Schließlich sind es die Männer, die angebotene und kostenlose Vorsorgeuntersuchungen unterlassen und in hohem Maße gesundheitliches Fehlverhalten (übermäßiger Alkoholkonsum, schlechte und zu umfangreiche Ernährung) an den Tag legen.

Auf diese so nahe liegende Frage zur Männergesundheit werden aber bisher keine Antworten angeboten. Das solches riskante Gesundheitsverhalten als „Bewältigungsverhalten“ gegenüber den starken Belastungen zu interpretieren sei, denen man als Mann in der stressigen Berufswelt und den anspruchsfördernden Familiensituationen ausgesetzt sei, klingt zwar interessant, führt allerdings auch dazu, dass man den Mann zum wehrlosen Opfer und zum handlungsschwachen Objekt degradiert.

Frau Schröder als Vertreterin der Politik will die Männergesundheit in Zukunft stärker fördern. Zu einer modernen Gleichstellungspolitik gehöre es, den hohen Anteil, den Männer in Berufen mit starkem Gesundheitsrisiko haben, zu reduzieren. Außerdem sollen in der stressigen Berufswelt mehr Freiräume für Männer geschaffen werden, z.B. durch Teilzeitarbeit. Auch mit der Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei die Männergesundheit zu unterstützen. Außerdem kündigte die Familienministerin für 2011 einen weiteren Bericht zur Männergesundheit durch das Robert-Koch-Institut an.

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